Weihnachtsmorgen

Etwa so verschlafen und unscharf wie die Fotos sind (und wahrscheinlich auch – zumindest die Fotos – falsch belichtet), war ich wohl gestern Morgen noch, als ich in der Stube alleine den Weihnachtsmorgen genossen habe.

DSC_0009Früher waren es die Kinder, die am 25. Dezember früh aufgestanden sind, so früh, dass wir uns im Bett noch einmal umgedreht haben und nach einem Seufzer wieder eingeschlafen sind. Nun sind die Kinder gross (1,93 m der Grösste) und ich bin diejenige, die früh aufsteht und die die Stille des Weihnachtsmorgens bei einer Tasse Tee geniesst.

DSC_0007Zu meinem Genuss gehört dabei nicht, dass ich die Geschenke von Gotte und Götti ausprobiere, mit meinen Geschwistern Rummy oder Monopoly spiele oder heimlich schon Schokolade esse.

Mein Genuss ist es, vom Sofa aus in die noch nicht tiptop sauber aufgeräumte Stube zu schauen und durch die Fenster zu sehen, wie der Morgen immer heller wird. Ich kann meinen Gedanken nachhängen, mich noch einmal an die Freude des Gebens und Nehmens erinnern, die Grosszügigkeit der geschwisterlichen Geschenke und die Gespräche mit den Schwiegereltern, die Heilig Abend jeweils mit uns verbringen. Und ich merke, wie reich beschenkt ich bin, materiell: ein 24-Pack Vanilla Coke, ein Gutschein für meinen Lieblings-Tee-Laden oder ein Buch von Amy Butler mit Schablonen drin zum Kreativsein; und immateriell: ein Gutschein für gemeinsame Zeit mit meiner 18-jährigen Tochter, Zeit auf dem Sofa alleine, Gedanken und Ideen, den erwachenden Tag beobachten und nichts tun müssen.

DSC_0008 DSC_0014 DSC_0011Ich wünsche euch allen, dass ihr die Tage zwischen den Jahren so erleben und geniessen könnt, wie es euch gefällt und wie es euch gut tut. Sei das mit Rummel und Aufregung oder mit Stille und Langsamkeit.

Schönheit ist vergänglich – Fading Beauty

(article in English a little further down)

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Gestern morgen habe ich dieses Bild gemacht. Von der ersten Mohnblüte, die überhaupt in meinem Garten blüht. Ich hatte die Jahre voher nie Mohn im Garten. Letztes Jahr dann habe ich ein paar Kapseln von M erhalten und die kleinen Samen im Herbst vor dem Küchenfenster auf die Erde gestreut. Und das ist auch etwa alles, was an Gärtnertalenten in mir schlummert. Aber der Garten ist nachsichtig mit mir und schenkt mir jedes Jahr auf neue – und wirklich ohne mein Zutun – vergängliche Schönheit. Es scheint mir, dass das mit der Vergänglichkeit auf den Mohn ganz besonders zutrifft. So wie auch das mit der Schönheit. Gestern früh also sah die Blüt noch so aus:

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Am Abend dann hatte sie bereits eines der hauchzarten Blütenblätter verloren. Über Nacht hat ihr dann wohl der Sturm zugesetzt.

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Fünf oder sechs neue Blüten haben sich heute bereits wieder aufgetan und erfreuen mich wenn ich aus dem Küchenfenster schaue. Dass sie nur so kurze Zeit blühen, macht sie für mich umso schöner.

Von den beiden Möbel-Projekten kann ich keine neuen Bilder zeigen. Ich habe gestern an beiden weitergearbeitet, aber fertig sind sie nicht geworden. Aber ich kann ja verraten, wie sie aussehen werden: Der Stuhl hat nun nicht nur weisse Füsse, sondern auch noch einen weissen Abschluss, dazwischen strahlend Louis Blue. Der kleine Frisiertisch hat noch ein paar French Linen-farbene Akzente an den vorderen Beinen erhalten – und wird dann wohl noch ein bisschen angeschliffen, wie B vorgeschlagen hat. Ob ich morgen daran weitermachen kann, ist unsicher. Das Wetter soll zwar wieder gut werden, aber ich bin wohl in Sachen Familie unterwegs. Was ich auch geniessen werde.

Early yesterday morning I took the photograph of the gorgeous Poppy blossom. The first ever to be in bloom in my garden. I must admit, I’m not a gardener at all. Every year the garden just gifts me with plenty of beauty and grace without me doing much about it. Same for the Poppies. I received a few poppy pods from M and simply dusted the seeds on the earth beneath the kitchen window. And this was about it, no special care or attention from my side. And then yesterday morning I was gifted with the first poppy bloom. Beautiful. And fading fast. In the evening she had lost the first petal. And the heavy wind during night made her fade away altogether. I think no other bloom is as beautiful and volatile as the Poppy. I’m thankful that there are plenty more to be cherished in their short lifes.

There’s no new photograph to show of the two furniture projects. I worked some more on them yesterday afternoon. The chair recieved an Old White top and the dressing table got a few of the details of the front legs highlighted in French Linen. I don’t think I will work on them tomorrow. Tomorrow afternoon is going to be all family, which I’m looking forward to!