Schnell. Schön. Schneeweiss.

Schneeweiss ist es ja nicht mancherorten. Mir macht’s nichts aus, dass wir hier in den meteorologischen „Niederungen“ nicht mit der weissen Pracht bedacht wurden. Bisher. Ein bisschen Raureif an den Bäumen und eine triefende Nase reichen für meinen Traumwinter bereits aus.

WinterWonderLand(So, nun habe ich einen Anschluss an den Titel und eine nette Einleitung zum Artikel gefunden… aber wie geht’s weiter, wo ich doch das Thema „Neujahrsvorsätze“ um jeden Preis umgehen will…?)

Vor zwei Jahren habe ich berichtet, wie sehr ich die Tage zwischen den Jahren mag, das Nichts-tun-Müssen einfach nur geniessen kann und diese Tage der Langsamkeit überlasse. Nicht so vergangene Woche. Vielleicht lag es am fehlenden Schnee, der schon die Adventsstimmung hinausgezögert hatte und die „richtige“ Weihnachtsstimmung erst gar nicht aufkommen liess. Ich war zwar nicht gestresst oder überbeschäftigt, aber der Reiz, die heimliche Magie der Tage fehlte. Auf der guten Seite lässt sich dazu festhalten, dass ich so gar nicht dazu gekommen bin, mir wegen fehlender Neujahrsvorsätze ein schlechtes Gewissen zu konstruieren.

Stattdessen habe ich ein bisschen aufgeräumt, eine Strickarbeit angefangen, war mit der nunmehr erwachsenen Tochter shoppen und habe gewerkelt. Schon seit ein paar Monaten wollte ich den grossen Schrank in der Stube etwas aufpimpen, streichen darf ich ihn nicht, da wehrt sich Herr indiid mit Händen und Füssen: er hatte ihn vor ein paar Jahren zeitaufwändig und mühsam vom alten, ochsenblutroten Anstrich befreit und die bare Holzschönheit freigelaugt, -gewaschen und -gerubbelt.

Schrank vorherDie Notenblätter-Kränze hat mir vergangenes Jahr Daniela von schön und einfach gerollt und arrangiert, sie sind noch so schön und dekorativ wie am ersten Tag!

Die Idee der schnellen Verschönerung für den Schrank kam mir schon vor einigen Monaten, und es ging auch wirklich ganz schnell, man darf sich also fragen, warum es so lange gedauert hat, bis ich an die „Arbeit“ ging.

Die benötigten Materialien sind:
– ein Schrank
– etwas Farbe nach Wahl, am besten natürlich Chalk Paint™
– eine hübsche Schablone nach Wahl
– Frog Tape oder Isolierband
– ein kleiner Farbroller
– ein Restenbrettli, ein stabiler Karton oder ein dickes Papier

MaterialienSeht ihr, wie geschunden und vernarbt unser Parkettboden ist? Die ersten Schrammen haben uns vor 20 Jahren noch fast körperlich weh getan. Heute finde ich gerade diese Lebensspuren interessant und möchte den Boden tatsächlich nicht abschleifen, vielleicht einfach irgendwann einmal weiss lasieren, sodass die Spuren sichtbar bleiben.

Ich hatte überlegt, ob ich weiss oder grün nehmen sollte. Die Entscheidung fiel zugunsten von weiss aus, weil es halt doch flexibler ist, wenn es ums Dekorieren und Ergänzen mit anderen Farben geht. Aber wie ihr auf dem Foto oben unschwer erkennen könnt, ist grün meine Lieblingsfarbe.

Die Schablone habe ich auf der ersten Türeinlage einfach nach Augenmass befestigt, mit der Handbreite und den Fingern abgemessen, ob sie etwa in der Mitte und gerade hängt. Bei den anderen Türen-Rechtecken habe ich dann nachgemessen und die Wasserwaage eingesetzt.

Farbrolle

Schablone nah

Mit Schablonen und Farbroller arbeite ich gerne, weil es schnell geht. Den Roller tauche ich nur wenig in die Farbe ein, rolle dann auf dem Brett die (überschüssige) Farbe ab und verteile sie so gleichmässig auf die ganze Rolle. Wichtig ist beim Schablonieren, wie gesagt, dass man die Farbe nur sparsam aufträgt, damit sie nicht unter die Schablone läuft.

Und dann, schnelle 40 Minuten später:

Schrank nachher
Herr indiid war tatsächlich erleichtert, dass ich das gute Stück nicht gestrichen habe! Begeistert ist er von der „Verschönerung“ allerdings nicht: es erinnert ihn an Bauernmalerei, wie sie vor 30, 40 Jahren so populär war. Ich hingegen mag den etwas „folkigen“ Look. Gleichzeitig aber gefällt mir die Leichtigkeit und das Grazile des gewählten Motivs.

Herzlich Heidigrues – und es guets und bunts 2016!

Darf man auch mal stänkern?

Shabby Chic ist ja sowas von im Trend! In jedem Einrichtungshaus – und damit meine ich die richtig grossen wie (in der Schweiz) Möbel Pfister, Hubacher, Märki und wie sie alle heissen – preisen sie fabrikgefertigte weisse MDF-Möbel an und Deko-Schnick-Schnack in weiss, grau und neutralen Farben. Zerknitterte Kissenhüllen mit einem Aufdruck im Stil von „Les Savons de Plumifeux“ und Laternen in allen Grössen, von denen die Farbe abblättert. Streng karierte Küchentüechli und Servietten mit Röseli und Spitzen. Fabrikneu und massenproduziert.

Kommode Nelson PfisterNachtkästchen indiidIst das wirklich Shabby Chic? Ich kann es nicht mehr hören, dieses Wort, diesen Begriff! Rachel Ashwell, die Queen des Shabby Chic hat genau diesen Begriff als Markenzeichen eintragen lassen – und hat damit, streng genommen, ihr eigenes Konzept verraten (und das nicht im Sinne von ‚offenbaren‘ sondern von ‚abtrünnig werden‘).

by vintageprettypearl_blogspot_chShabby Chic (wörtlich: schäbiger Schick) ist ein Einrichtungsstil mit einer eklektizistischen Mischung aus Erbstücken, Flohmarkt-Schnäppchen und Selbstgemachtem, der Farben im Bereich von Pastell- und hellen Naturtönen sowie Gebrauchsspuren als Teil des ästhetischen Konzepts begreift. Einrichtungsgegenstände in diesem nostalgischen Stil werden neuerdings auch von spezialisierten Gewerbebetrieben gefertigt und in Einrichtungsmagazinen beworben.

Der Stil entstand in den 1980er Jahren in Großbritannien in Anlehnung an die Einrichtung großer, alter Landsitze der Gentry und war ursprünglich eine nichtkommerzielle Gegenbewegung zu der Neigung der oberen Mittelklasse, sich kostspielige Innenaustattungen im viktorianischen Stil anzuschaffen.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Shabby_Chic)

by countrystylechic_blogspot_chWas ist aus der ‚ursprünglich nicht kommerziellen Gegenbewegung‘ geworden? Und bin ich schon Teil dieser abtrünnigen, kommerziellen Produzenten (spezialisierte Gewerbebetriebe klingt ja noch sehr nett)? Wo ist das eklektizistische aus der Mischung hin? Und wo das Selbstgemachte?

Mir gefällt der klassische Shabby Chic, auch wenn ich persönlich nicht in weiss, pastell und neutralen Farben einrichte. Ich bewundere jede, die das Konzept durchzieht und als Accessoires vor allem Flohmarkt- und Brocante-Funde einsetzt. Natürlich darf es auch mal das eine oder andere „neue“ Stück dabei haben, z.B. hübsche Glaswindlichter oder gut verschliessbare Vorratsdosen. Aber wenn Shabby Chic dazu verkommt, dass die Einrichtung aus weissen Möbeln, vorwiegend aus dem Möbelhaus, besteht und aus Deko und Accessoires im Shabby-Stil „made in India, China, irgendwo“, dann ärgert mich das. Und es ärgert mich, dass Möbelhausketten oder auch andere internationale Grossunternehmen den kleinen, regionalen, kreativen Kleinstunternehmen, die sich mit viel Engagement und Herzblut dem Selbstgemachten im Shabby Chic widmen, mit ihren billigen, massenproduzierten Pseudo-Vintage-Produkten die Kunden abspenstig machen. Ich kann nicht verstehen, warum sich bekennende Shabby Chic-Liebhaberinnen im Möbelhaus ein klinisch weisses, leichtgebautes Schminktischchen kaufen, wenn es im Brocki ein stabil gebautes, sogar massivholziges zum Selber-Anstreichen zu erstöbern gibt.

princessgreeneye.blogspot.chDenn darin steckt doch der Spass: im Stöbern, Suchen, Finden; im Glücklich-nach-Hause-Tragen und mit Begeisterung und Elan anstreichen. Wenn es denn sein muss in Old White oder Paris Grey. Oder warum nicht mal in Duck Egg Blue oder ganz gewagt in Barcelona Orange?

turnstyle vogueFotoquellen von oben nach unten:
– Online-Möbelkatalog von Möbel Pfister
– eigenes Foto, indiid
– Buchcover gefunden bei vintageprettypearl.blogspot.ch
– eklektizistischer Mix gefunden bei countrystylechic.blogspot.ch
– princessegreeneye.blogspot.ch
– turnstylevogue.com

 

 

Herr indiid hat geschäbbt

Ja. Und zwar sehr erfolgreich. Es hat ihm Spass gemacht und es sieht sehr gut aus!

Es ist ein zierlicher Damen-Schreibtisch, keine echte Antiquität, sondern ein Replikat und leicht gebaut. Herrn indiid hat er auf den ersten Blick gefallen (er hat den Schreibtisch trotz schlechter Beleuchtung und kreativem Chaos sofort gesehen, als er die Werkstatt betrat. Seine Augen weiteten sich – was nicht oft vorkommt, wenn’s um Möbel geht) und er hat gesagt, dass er ihn gerne streichen würde.

IMG_2897Herr indiid meint bei fast jedem Möbel, das ich mit Farbe restauriere, dass es zu wenig shabby ist. Soll heissen, dass ich es nach dem Streichen zu wenig anschleife, zu wenig auf alt, gebraucht, antik und angestossen trimme. Für ihn war daher klar, dass er die kleine Holde heftig „schäbben“ würde. Aber zuerst musste er natürlich streichen. Weil die Kleine leicht und zierlich ist, habe ich vorgeschlagen, den Pinsel in Old White zu tauchen und klassisch Shabby Chic zu streichen. Herr indiid war einverstanden.

Nach zwei Anstrichen, die Chalk Paint™ hatte er jedes Mal mit etwas Wasser verdünnt, hat er sich also ans Schäbben (er nennt das so, nicht ich!) gemacht. Nicht mit Schleifpapier, sondern mit einem feuchten Lappen. Nach vollbrachtem Schäbben („Heidi, EINE Stunde habe ich jetzt nur geschäbbt! Ich hätte nie gedacht, dass das so viel Zeit in Anspruch nimmt!“) hat er das Möbel mit Clear Wax von Annie Sloan aussen und innen gewachst.

Und so steht sie nun da! In Old White, geschäbbt und gewachst.

DSC_0029 DSC_0026 DSC_0025 DSC_0024 DSC_0023 DSC_0022Ich finde, er hat das richtig toll gemacht, der Herr indiid!

Heidigruess

C’s weisse Nachtkästchen

image-4Ein Vorher-Foto!
Zu verdanken habe ich es C, die diszipliniert genug ist ein Foto zu machen, bevor sie mit dem Pinsel loslegt.

C hatte zwei von diesen hellbraunen, klarlackierten englischen Möbeln aus Wurzelholz. Warum ich das so genau weiss? Nun, sie hatte die Möbel von mir. C ist nicht bloss eine Kundin, sondern eine langjährige Freundin. (Klingt langjährige Freundin nicht viel besser als alte Freundin?!) Wir kennen uns schon unser halbes Leben lang. Und das mit ‚englisch‘ und ‚Wurzelholz‘ weiss ich vom früheren Besitzer, der mir das ganz stolz erzählt hat. Er hat auch den Stil erwähnt – ich konnte es mir nicht merken – und dass er die zwei Kästchen in England, seinem zweiten Wohnsitz gekauft hatte. Ich war beeindruckt, wirklich. Und hielt es für gescheiter, nicht zu erwähnen, dass mir das Wurzelholz und der glänzende Lack nicht gefallen und ich es ohne Skrupel anmalen würde! Die zierlichen Füsse und das ‚doppelflügelige‘ Türchen hatten mich zum Kauf verführt. Und natürlich die herausziehbare Platte über der Schublade!

Als C mich dann vor ein paar Wochen anfragte, ob ich nicht wüsste, wo es ein günstiges Nachtkästchen hätte (Brocki, ricardo, Flohmi…), habe ich ihr diese beiden Hübschen angeboten. (Dass ihr Mann ihr, genauso wie mein Mann mir, verboten hatte weitere Möbel zu kaufen, zu ersteigern oder am Strassenrand aufzulesen, sei hier nur kleinlaut und in Klammern vermerkt.)

So, genug einführende Worte. C hat sich nach dem Vorher-Foto sofort ans Werk gemacht und das eine der beiden Kästchen für Ihre Tochter aufgehübscht. Mit Chalk Paint™ von Annie Sloan, Farbe Original und für innen hat sie rote Acryl-Farbe für ein Pink dazugemischt.

image-3 image-2Nach dem Streichen hat sie es mit Clear Wax von Annie Sloan behandelt. Das verleiht der Chalk Paint™, die sonst zum Berühren ein bisschen pudrig oder samtig ist, eine angenehm glatte Oberfläche. Und den nötigen Schutz gegen Kratzer oder auch Wassertropfen. Man muss Chalk Paint™ nicht wachsen, aber es empfiehlt sich. (Gartenmöbel, die mit Chalk Paint™ gestrichen werden, sollte man nicht wachsen, weil der Wachs mit Sonnenlicht reagiert und die Farbe abblättert.) Der Farbanstrich ist dann auch resistenter gegen Verschmutzungen und wenn man nach dem Wachsen poliert, erhält er einen seidenmatten Glanz.

Nach dem Wachsen mit dem hellen Wachs hat C das Möbel mit Dark Wax behandelt. Das betont die wunderschönen Füsse und gibt dem ganzen Möbel eine antike Patina. Wichtig ist unbedingt, das Möbel nach dem Malen zuerst mit Clear Wax und erst anschliessend mit Dark Wax zu „altern“. Ohne Schutzschicht des hellen Wachses würde der dunkle sofort in die Farbe einziehen und dann hat man das Möbel viel dunkler und antiker, als es man gerne hätte. Überschüssigen dunklen Wachs kann man so mit einem Lappen und etwas hellem Wachs darauf einfach wegwischen.

image-1Gemäss C hat sich ihre Tochter sehr über das „neue, alte“ Nachtkästchen gefreut. Und es passt doch auch ganz hervorragend in das Zimmer der jungen Frau, gell!

imageWie gesagt, schützt der Wachs die Farbe und versiegelt sie. Wassertropfen perlen ab und lassen sich gäbig abwischen. Möbel für Badezimmer oder Küche erfordern mehrere Wachsschichten, weil sie erhöhter Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Zwischen den einzelnen Wachsschichten sollte man mindestens eine Stunde warten. Der Wachs kann die Farbe nicht vor Hitze schützen. Das heisst, heisse Pfannen, Tassli oder dergleichen sollten immer auf einen Untersetzer gestellt werden. Es können sonst hässliche Ringe entstehen. Wie es mir übrigens auch bei einem geölten Esstisch passiert ist. Und genau wie bei geölten Möbeln empfiehlt es sich bei gewachsten Möbeln diese Schutzschicht regelmässig zu erneuern.

Das zweite Nachtkästchen hat C dann für sich angemalt. Wieder in Original, aber ohne pinkes Interieur. Nach der Versiegelung mit Clear Wax hat sie hier nur die Kanten und die (ich wiederhole mich) hübschen Füsse dunkel gewachst.

IMG_2960IMG_2959IMG_2958Und nun hat C nicht mehr zwei klar lackierte englische (Chippendale?) Wurzelholz-Nachtkästchen, sondern zwei weisse, schäbig schicke Schönheiten, die ihresgleichen suchen!

Nächstes Mal zeige ich euch mein abverheites Nähtischchen, an dem ich dennoch ungemein Freude hab! (Für die Leser, die der Thurgauer Mundart nicht mächtig sind: Nächstes Mal zeige ich euch mein misslungenes Nähtischchen, auf das ich dennoch angemessen stolz bin.)

Heidigruess

Ideen, Ideen, Ideen

Diesen Sessel habe ich vor einigen Monaten günstig bei ricardo ersteigert. Mit Freude habe ich ihn abgeholt und schon bald einmal ausgezogen. (Und natürlich kein Vorher-Foto gemacht, ‚tschuldigung).

DSC_0015Dann ist der Sessel lange in der Garage gestanden, wurde von der Katze besucht und hat im allgemeinen Ein- und Aus- und Umräumen ein paar Mal den (Abstell-)Platz gewechselt.

Meine erste Idee für den Sessel war, ihn einfach nur zu entkleiden und dann so zu besitzen/be-sitzen. Die Inspiration dazu fand ich bei Nina Hartmann, vintagebynina.com, in ihrem gleichnamigen Buch.

DSC_0007DSC_0008 DSC_0009Weil aber die Rückenansicht nicht einfach beige ist, sondern ein farbiges Vlieslin, habe ich die Idee wieder fallen lassen. Und auch, weil es zwar gut aussieht, aber irgendwie doch auch zu shabby. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob die dünne Moulure der Belastung des Be-sitzens lange standhalten würde.

DSC_0020Also doch den Sessel neu beziehen und dafür einen einfachen, beige- oder crèmefarbenen, etwas festeren Baumwollstoff wählen? Oder Leinen?

Dann kam die Idee mit den alten Mehlsäcken, gesehen bei Miss Mustard Seed und auf unzähligen anderen Fotos auf den einschlägigen Internetseiten.

grain sack chairZu meinem Glück habe ich Anfang Dezember bei der Brocki-Tour mit M drei antike Mehlsäcke gefunden, die Idee könnte als Realität werden.

IMG_2769Wären da nicht Sarah Moore und ihr Buch Vintage Home mit diesem wunderschön bunten Titelbild mit ebendiesem grünen Sessel mit Blumenmuster (ohne besticktes Rosenkissen, bitte!).

DSC_0003DSC_0004So, genau so am liebsten, sollte der Sessel bezogen werden. In Stoffläden, Brockenhäusern und online bin ich also auf der Suche nach einem grünen Stoff mit Blumenmuster. Erfolglos, bisher. Schliesslich brauche ich mindestens zwei Meter, bei einer Stoffbreite von 1,50 m und das findet sich im Bereich Vintage Stoffe nicht so einfach. Schon gar nicht in der Schweiz.

Mustermässig habe ich zwei valable Alternativen gefunden. Aber von der Qualität her sind sie als Bezugsstoffe zu dünn.

DSC_0018 DSC_0019Da fällt mein Blick auf einen solchen oder ähnlichen wunderschönen Sessel

tartan-chair-3541347273685und ich denke mir, dass ich meinen ja mit einem tartanähnlichen Stoff beziehen könnte. Zum Beispiel gleich mit meiner neuen Sofadecke!

DSC_0003

DSC_0017Aber dann wäre mein neuer Sessel stylingmässig nur ein Wintersessel. Denn bei aller Liebe zum Tartan-Muster und dem Land seiner Herkunft: ein wollähnlicher Bezug würde mir für die Sommermonate nicht gefallen.

Oder ich mache es mir ganz einfach. Hole den Sessel, so wie er jetz eben grad ist, aus der Garage (ja, die Bilder verratens: das habe ich schon gemacht) und schmeisse einfach ein Schaffell drauf, resp. ich drapiere ein Schaffell auf den Sessel. Bis der Frühling da ist, könnte das ja passen.

DSC_0016Und nun, meine Lieben, seid ihr dran! Welchen Weg soll ich – eurer Meinung nach** – mit dem Sessel einschlagen? Rough Shabby wie Nina? Oder buntes Vintage wie Sarah? Klassisch schlicht wie Marian…? Ich freue mich auf eure Gedanken! Vielleicht sogar ganz neue, die hier noch nicht erwähnt sind?!

** Weil ich mich ja kenne, gebe ich keine Garantie, dass ich am Ende dann mit dem Sessel nicht doch mache, was mir passt.

Heidigruess

Weiss

Weiß ist die hellste aller Farben. Es ist, wie Schwarz und Grau, eine unbunte Farbe. Weiß ist keine Spektralfarbe, sondern entsteht durch ein Gemisch aus Einzelfarben, das den gleichen Farbeindruck hervorruft wie Sonnenlicht.
(…)
(Quelle: Wikipedia)

Weiss ist DIE Farbe, die sofort mit Shabby Chic in Verbindung gebracht wird. Für viele ist Shabby Chic gleichzusetzen mit weiss. Deshalb bin ich auch nicht der typische Shabby Chic Typ, denn ich mag’s lieber bunt. Aber an den Tagen zwischen den Jahren habe ich ein paar Möbel weiss gestrichen. Nur weiss. Und sogar für mich, für unser Haus, nicht zum Verkaufen. Naja, jedenfalls nicht sofort.

Dieser stabile und bequeme Geselle wird mich in Zukunft ertragen müssen, wenn ich im Büro arbeite. Der Vorgänger aus der Ikea hat ja nach ein paar Jahren unter mir nachgegeben – ist sprichwörtlich eingeknickt. Da nützt dann auch kein neuer Anstrich mehr.

DSC_0019 DSC_0016Und so sah der Stuhl vorher aus:

buerostuhlDie Kommode stand schon ein paar Jahre als Stauraum bei der Garderobe, gefüllt mit Plastiktragtaschen, Dekomaterialien, Landkarten, alten Briefen und Krimskrams. Jetzt, da sie ein neues Aussehen erhalten hat (sie war vor einigen Jahren von meiner Schwester abgelaugt worden), hat sie auch einen neuen Platz gefunden, im Badezimmer. Was auf den Fotos nicht drauf ist, hat sich dort auch wieder mit ihr vereinigt: die Marmorplatte und der Spiegel.

DSC_0009 Ich habe ziemlich viel Farbe ziemlich dick aufgetragen. An einigen Stellen habe ich sie sofort mit dem Föhn getrocknet, was die Farbe zum Reissen (Krakelieren) bringt.

DSC_0014 DSC_0011 DSC_0015Alte Anstriche werden oft brüchig und reissen, weil die Farbe austrocknet. Mit Chalk Paint™ kann man diese Alterserscheinung mit der oben beschriebenen Technik imitieren. Die Risse in der Farbe werden betont, indem man nach dem Wachsen mit Clear Wax den dunklen Wachs aufträgt, der in den Rissen, den tieferen Stellen sitzen bleibt und so den Staub und Schmutz der vergangenen Jahrzehnte imitiert. Denn darum geht’s ja beim Shabby Chic und beim Malen mit Chalk Paint™: den Möbeln, die nicht so alt sind, wir wir’s gerne hätten, die Patina vergangener Zeiten „anzuschummeln“.

Bei dieser Kommode habe ich auch die Griffe und Beschläge der Schlüssellöcher übermalt und gewachst. So sehen sie doch aus, als wären sie schon jahrhundertealt. Darüber hinaus kann man so die Details noch betonen.

DSC_0012 DSC_0013Aller guten Dinge sind drei und das dritte Stück ist diese Garderobe, die ich bei ricardo gesehen und ersteigert habe *dreizweieinsmeins*:

GarderobeErsteigert und abgeholt habe ich sie im Brocki-Shop in Sirnach. Ich sage euch, das ist eine Brocki! Eine Edel-Brocki! Wenn ihr Zeit habt, dann müsst ihr da unbedingt mal hin (Mittwoch-Nachmittags oder am Samstag)! Da findet man einfach alles! Ich bin dann auch nicht nur mit der Garderobe nach Hause gefahren, sondern noch mit ein paar Sächelchen mehr. Und vergangenen Samstag mit Lady Rosegarden auch gleich nochmal hin. Aber das ist ein anderes Thema und soll ein ander Mal erzählt werden.

Weil die Kommode ja nun im Badezimmer steht, hats im Eingang Platz für die Garderobe gegeben. Allerdings hat die keine Kapazität für all den oben erwähnten Krimskrams.

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Das Jahr, das kommen wird

von Lucio Dalla, deutscher Text von Georg Danzer

Lieber Freund, ich schreib dir
nur, um mich zu zerstreun
nun bist du schon so lange fort
und die Nachricht wird dich freun
denn es geht mir zu lange
die grosse Neuigkeit:
das alte Jahr ist nun vorbei
und das neue lässt sich trotzdem Zeit

() DSC_0058

Das neue Jahr wird kommen
und eine neue Zeit
und ich bereite mich drauf vor
und das ist meine Neuigkeit

Den ganzen Text dieses Liedes habe ich zur Silvesterzeit meines 16. Lebensjahres ins Tagebuch geschrieben. Es ist ein pessimistischer Text. Ich hatte ihn nicht so bedrückend in Erinnerung und wollte eigentlich den ganzen Text hier abbilden. Aber das entspricht – Gottseidank – nicht mehr meiner Grundstimmung.

Was mir aber über all die Jahre geblieben ist, ist meine „Liebe“ für die Tage zwischen den Jahren. Wenn Weihnachten vorbei und Silvester noch nicht da ist. Ich geniesse das Vakuum dieser Tage. Wenigstens ist es bei mir, bei uns so. Nichts, das wir müssen; nichts, das drängt, einfach nur Zeit. Zeit, um zurückzublicken und vorauszuschauen. Oder einfach gar nichts zu tun. Oder nur das, was man möchte. Wozu man das ganze Jahr vielleicht keine Zeit hatte, oder sie sich nicht nehmen wollte.

Es ist untypisch für mich, dass ich in diesen Tagen zwischen den Jahren aktiv, geschweige denn sehr produktiv bin. Dieses Jahr ist es anders. Die vergangenen Tage habe ich endlich wieder einmal den Pinsel in Händen gehabt, keine Auftragsarbeit, nichts für den Laden, einfach nur für mich. Eine schon lange abgelaugte Kommode, die weiss wird; ein alter Bürostuh, ebenfalls weiss, der in mein Arbeitszimmer kommt. Der nicht so alte Ikea-Drehstuhl hat sich geweigert, mich weiterhin zu ertragen.

Fotos habe ich – noch – keine gemacht. Wie meistens bin ich so chribbelig, endlich anzufangen, dass ich die Geduld für Vorher-Fotos nicht hatte. Aber Nachher-Fotos werde ich hier einstellen, bestimmt.

Was mich zu zwei Vorsätzen fürs 2014 bringt:
– wieder öfters Möbel streichen
– Vorher-Fotos machen

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch in Gesellschaft lieber Menschen und ein gesundes und glückliches 2014!