Zeigt her eure…

… Heftli (Zeitschriften, Magazine).

Nachdem ich im letzen Artikel mein neues Lieblings-Magazin Flow erwähnt hatte, wollte ich euch mittels kurzer Abschnitte (Häppchen) einen Artikel daraus schmackhaft machen. Doch als mein Blick heute auf einen kleinen Stapel Flea Market Style gefallen ist, hatte ich die Idee euch ein paar Möglichkeiten zu zeigen, wie man seine Zeitschriften aufbewahren, präsentieren, verstauen oder hübsch vorzeigen kann.

DSC_0010Dieser Zeitungsständer war eines der ersten Kleinmöbel, das ich gestrichen habe.

Dieser hier gefällt mir auch sehr gut, eine puristische Variante aus der Mitte des 20. Jahrhunderts: (Quelle dieses und der nachfolgenden Fotos: Pinterest)

f0db99f2afdfe7c1e3ee11dfaa388b98 Von den Varianten mit den Kleiderbügeln gefällt mir die mit den einfachen Drahtbügeln am besten.

0f9f3fb2a153588c4cad74bacf1eab9d b46f15a324338f85e60852150c62e36f ab832c9cd606cbb347841b3a7783654bÄhnlich hübsch und funktional: das Herzeigen mit einer alten Leiter.

dd1054db97a4a5a6e23bc5e8bebd9502 100c509bcc98e8da30243d673b26f9e3Hier sind zwar keine Zeitschriften ausgestellt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sich Magazin-Stapel auch ganz gut auf den Sprossenbrettern machen.

Zeitschriften nicht nur zum Lesen, sondern auch zum „Besitzen“. Oder zum Herzeigen und Dekorieren:

4ad24d414f79724d6b0dc6fd4ee85403
e03b26dd9ba0102b48dc333b784a6ed6Für die DIY-er unter uns, die Papier-Liebhaberinnen und Schnellbastler:

60f0f4ee3b8ed4415cae6ac6c9ff7b3cNatürlich soll auch eine Zeitschriten-Idee fürs Stille Örtchen nicht fehlen!

47cb17e4140163eed22a3e7e7f98b84bNeben der Idee mit den Kleiderbügeln gefallen mir die Ideen gut, welche Behältern eine neue Aufgabe geben oder ein zweites Leben:

7b1ee696dda535551d09773af0cb474e 7a28ae7a33aea14c5e461064f3da1cb55b42cdc7c28be470fd7d73dffc9a670cAuch die beiden haben ihren Charme, der eine rustikal, der andere passt super zum Industrial oder Warehouse Stil:

6deb3a692d5297256d4dbb34f301b185 6de6d822573f3843c7e64e4eaccecbf2Alle gezeigten Ideen und noch ein paar mehr findet ihr auf meiner Pinwand „Magazine Storage“ bei Pinterest.

Wie sorgt ihr für eure Zeitschriften bevor sie unwiederbringlich im Altpapier landen – so sie denn dort überhaupt hinkommen. Vielleicht hast du eine Aufbewahrungsmethode, die total klasse ist, hier aber fehlt. Oder eines der Fotos hat dir so gefallen, dass du die Idee umsetzen willst. Oder du erzählst mir von einem Magazin, in dem ich unbedingt mal schmökern sollte! Ich freue mich auf eure Kommentare!

Heidigruess

Winterschlaf

Nun, natürlich halte ich keinen Winterschlaf. Aber es wäre eine passende Entschuldigung für die lange Blogpause.

IMG_4307In Wirklchkeit war ich aber einfach unglaublich beschäftigt ratlos, was ich euch hier berichten sollte. Nun ist es nicht so, dass nichts los war, das ich hätte mitteilen können. Da war der Advents-Charme im indiid, mit Afternoon Tea in der guten Stube:

IMG_4002Ich habe Möbel gestrichen, aus Freude und um Kundenaufträge zu erfüllen:

IMG_3916 IMG_3942 IMG_4230 IMG_4231Weihnachten kam (im Kreise der Familie) und eine Woche später bin ich mit meiner BF lachend ins neue Jahr gerutscht.

IMG_4133IMG_4198 IMG_4193 IMG_4195 Während der letzten drei Monate habe ich 13 Wochenlektionen unterrichtet, Deutsch als Zweitsprache in der Erwachsenenbildung.

IMG_3996Ich habe ein Buch gelesen: „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Rachel Joyce – absolut empfehlenswert; mehrere Bücher angeschaut und ein paar angeschaut und reingelesen, darunter Annie Sloan’s Neuestes: „Room Recipes for Style and Color“, das erst in Englisch und in gebundener Ausgabe vorliegt.

IMG_4241Am Kiosk habe ich ein tolles Magazin „gefunden“ (buchstäblich) und bin so begeistert davon, dass ich es nicht nur kaufe und angucke, sondern auch lese!

IMG_4293Dazwischen habe ich regelmässig meinen Schreibtisch aufgeräumt, weil er genauso regelmässig immer wieder etwa so ausgesehen hat (Stand 27. Januar 2015):

FullSizeRender-1Und ich habe mir Gedanken gemacht. Viele Gedanken. Zu viele Gedanken. Und habe dennoch keine Neujahrsvorsätze gefasst (sonst hätte ich schon viel früher etwas zum Schreiben für das Blog gehabt – um die Jahreswende wimmelt’s in der virtuellen Welt ja nur so von Artikeln zu Vorsätzen und dem Trend-Vorsatz 2015: keine Vorsätze fassen).

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So viele Gedanken habe ich mir gemacht, dass ich darüber in eine Art mentalen Winterschlaf gefallen bin und vergessen habe, weshalb ich meinem Kleinunternehmen, meinem Laden und diesem Blog den Namen indiid verpasst habe: „in der Tat“! Ob ich mir fürs 2015 wohl doch was vorgenommen habe?

Wie habt ihr die vergangenen 58 Tage (plus/minus) verbracht? Habt ihr was interessantes oder unterhaltendes gelesen? Was schönes (zum ersten Mal) selber gemacht? Welche Vorsätze fürs 2015 habt ihr euch genommen – oder eben gerade nicht?! Welchen Film sollte man unbedingt gesehen haben? Ich freue mich auf eure Nachrichten, Tipps und Kommentare! Wirklich. Sehr.

Heidigruess

 

Die Koffer packen

… immer mehr Frauen immer öfters. Nicht, weil sie so oft in die Ferien fahren, sondern weil sie kreativ sind, Schönes und Nützliches schaffen und dieses an die Frau oder an den Mann bringen wollen. Koffermärkte sind eine Plattform dafür. Fast jedes Wochenende findet irgendwo in der Schweiz ein solcher Markt statt.

Als vor beinahe zwei Jahren die Idee von indiid immer mehr Gestalt annahm und aus dem Traum langsam eine kleine, feine Wirklichkeit wurde, gehörte zur Vision auch, dass kreative Frauen im indiid gefördert werden. Die Workshops, die ich anbiete sind eine Möglichkeit, selbstgefertigte Produkte von befreundeten oder bekannten Frauen im Laden anbieten und für sie verkaufen, eine andere. Und nun gehe ich einen Schritt weiter:

flyer advents charme blogIn der Vorweihnachtszeit stellen nacheinander drei Frauen für jeweils zwei Wochen ihren Verkaufskoffer im indiid auf. Ich freue mich auf die schönen, bunten Näharbeiten (und Advenstkalender) von Sämys Art (Samantha Studer), die Schwemmholzkreationen Thurjewels von Sara Rentsch und die glitzernden und funkelnden Schmuckstücke von Sternensilber (Felicie Brunner).

Sämy's ArtThurjewels Sternensilber (Fotoquellen: FB-Seiten der kreativen Frauen – mit Erlaubnis verwendet)

Am 7. November macht Samantha den Anfang. Sie wird dann auch persönlich im indiid anwesend sein und das eine oder andere Tässchen Tee im Wohnzimmer geniessen. Denn an den Freitagen, an denen die Kofferöffnungen stattfinden, besteht die Möglichkeit im Wohnzimmer zum Afternoon Tea mit Scones, Shortbread, Sandwiches und Fudge Platz zu nehmen. Am 21. November ziehen dann für zwei Wochen die Schwemmholzkreationen von Sara ein und am 5. Dezember begleitet Felicie den Sternensilber Schmuck ins indiid. Ich freue mich!

Flyer Back BlogDie Ladenöffnungszeiten sind wie üblich dienstags von 13.30 bis 16 Uhr, mittwochs von 9 bis 11 Uhr und freitags von 13.30 bis 17 Uhr. Eine Ausnahme ist der Freitag     21. November 2014, dann ist der Laden bis 21 Uhr offen:

Annie Sloan LateIch freue mich. Kommst du auch vorbei?!

Lieb Heidigruess

Sommer!

Schreibstau.

Deshalb eine Art Bildertagebuch, was ich diesen Sommer gemacht habe, was mir gefallen oder gutgetan hat.

IMG_3541IMG_3587die Männer in meinem Leben

IMG_3543 IMG_3546eine Wochenendfahrt nach München an einen Workshop und an Flohmärkte, mit meiner BF Lady Rose Garden – Abendessen im Hotelbett

IMG_3558einige der Flohmarktschätze zum Gluschtigmachen im Bienehüsli – Kreativtag auf dem Lande

IMG_3626„Rest and be thankful“

IMG_3578eine Kreidefarbe ausprobiert… Chalk Paint von Annie Sloan forever!

IMG_3528well, I wasn’t, not this year anyway

IMG_3624 IMG_3642 den Küchentisch frisch gestrichen, die Tischplatte lackiert, die Beine gewachst – muss wegen der starken Beanspruchung sein, aber gewachste Oberflächen gefallen mir eindeutig besser

IMG_3766die Küchenbank ebenfalls frisch gestrichen und Kissenbezüge genäht – aus grobem Leinen vom Münchner Flohmarkt

IMG_3551mehr wagen und mehr fliegen wollen – noch ist die Angst zu fallen grösser

IMG_3612 IMG_3613 IMG_3634 IMG_3649 IMG_3643 IMG_3669 IMG_3667 IMG_3687 IMG_3674IMG_3651zwei neue alte Tische fürs Büro gestrichen und so das Heimbüro komplett neu gestaltet. Herr indiid hat auch die eine lila Wand wieder weiss gestrichen!

IMG_3735 IMG_3755fürs besagte Heimbüro einen „Kronleuchter“ gebastelt – neue Vorhänge sollen auch noch werden

IMG_3685Herr indiid hat sich ein neues Nachttischchen gewünscht – Wunsch erfüllt

IMG_3590diese Hübsche stand den ganzen Sommer in der Garage (in verschiedenen Arbeitsstadien) und hat nun endlich neue Scheiben erhalten – die Schubladen sind mit Geschenkpapier ausgelegt

IMG_3688in der momentanen Lieblingsbrocki habe ich zwei gleiche Stühle für unser Wohnzimmer gefunden, sie werden weiss

IMG_3715 IMG_3740 IMG_3756ein paar Auftragsarbeiten gestaltet

IMG_3762wir nähern uns der Lieblingsjahreszeit

Sommersonnige Heidigrüess

Workshops

Heute möchte ich euch einfach ein paar Bilder, Impressionen von den vergangenen Workshops zeigen.

Freie Plätze hat es noch in den Workshops vom 12. Juli 2014 (4 freie Plätze) und 5. August 2014 (3 freie Plätze). Informationen zu den Chalk Paint Workshops von indiid, den Kreativtagen auf dem Lande, findet ihr auf der Homepage, einige Fotoimpressionen vom zauberhaften Hof, wo die Kurse stattfinden gibt’s hier und anmelden könnt ihr euch beim Link auf der Homepage.

 

Heidigruess

Ich kann nicht anders!

…ich muss euch Fotos von den Pfingstrosen und Mohnblumen im Garten zeigen! Aber ich sollte nicht, weil ich das schon letztes Jahr getan habe. Also muss ich mir für diesen Juni etwas neues ausdenken. Und siehe da, das am Auffahrtstag freundliche Wetter kommt mir in zweifacher Hinsicht entgegen: ich kann Fotos von ein paar Möbeln machen und sogar ein paar Pfingstrosen reinschmuggeln! Dafür beschränke ich mich auf ganz wenige Fotos pro Möbel, versprochen!

Über die vergangenen Wochen sind in der Werkstatt ein paar Möbel gestrichen worden. Einige davon sind Auftragsarbeiten, andere kommen in den Laden. Die Auftragsarbeiten habe ich nicht alle fotografiert. Die meisten waren weiss. Und die geneigte Leserin weiss ja, dass ich gerne bunt unterwegs bin. Dennoch: auch die Auftragsarbeiten haben unheimlich Spass gemacht! Fünf Stühle, eine sehr alte Kommode und ein grosser Schubladenstock mit 25(!) Schubladen, ein Biedermeiertisch, dieser Schrank sowie das Kinderbettli sind ins Atelier ein- und wieder ausgezogen. (Beim Fotos-vom-Handy-Löschen habe ich heute morgen ganz viele schnelle Fotos von den Auftragsarbeiten in der Werkstatt wieder entdeckt. Die Versuchung ist gross, sie trotz schlechter Qualität nicht doch hier zu zeigen.)

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Farbenfroher geht’s bei den Stücken zu, die in den Laden kommen. Da hab ich so richtig aus dem Vollen geschöpft, Farben gemischt, „dick“ aufgetragen und auch mit Schablonen gewerkelt.

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Das grösste Projekt haben Herr indiid und ich gemeinsam angepackt. Das heisst eigentlich nacheinander. In meinem Übermut hatte ich im Winter ein grosses, sehr grosses Buffet bei ricardo ersteigert. Und als es dann in der Werkstatt stand, hat mich der Übermut verlassen. Herr indiid war dann willig und hat das ganze Möbel – weil wir (zu Recht) fürchteten, dass es verfärben würde – lackiert, um die Gerbstoffe zu blocken. Und er hat es auch mit Paris Grey gestrichen und die Vitrinenkästchen mit dem schönen Geschenkpapier ausgeklebt. Ich habe dann die Schnitzereien mit einer Lasur aus Old White betont und das ganze Möbel gewachst. Wie viele Stunden wir investiert haben, weiss ich nicht. Aber eins weiss ich: es hat sich gelohnt!

DSC_0063 DSC_0076Ich wünsche euch ein wunderschönes, wie vorausgesagt sehr sonniges und heisses Pfingstwochenende! Geniesst den freien Extratag und die letzten blühenden Pfingstrosen – und vieles mehr!

Heidigruess

 

Wenn ich könnte, wie ich wollte!

Dann würde ich auf Etsy jede Menge französischer Café au lait bols bestellen! Wenn ich denn könnte, wie ich wollte, wären diese nämlich meine (un)heimliche Sammelleidenschaft.

DSC_0021Zwei dieser „Milchkafi-Chacheli“ habe ich schon! Das im oberen Foto mit dem gelben Rand. (Die anderen beiden sind auch hübsch, von Krasilnikoff und ein paar hat’s noch im Laden.) Und dann noch eines mit roten Punkten und einem grünen Rand. Beide habe ich in Brockenhäusern in der Ostschweiz gefunden.

Mein Vater trank jeweils seinen Frühstücks-Michkaffee-mit-Dawamalt aus einem „Beckeli“; er hatte ein grünes und ein weisses mit Kornblumen. Das Kornblumengeschirr war das Alltagsgeschirr meiner Eltern.

Gestern abend habe ich ein bizzeli Window Shopping auf Etsy betrieben, habe ein paar der Café au Lait bols in den Warenkorb verschoben, geschaut wie teuer das Porto zu stehen käme und dann den Warenkorb wieder geleert. Die Preise für die Michkaffe-Schalen variieren stark, die günstigsten gibt’s für knapp unter zwanzig Franken (ohne Porto). Die teureren für um die 50 Franken. Einige verkaufen im Set, andere einzeln. Ich bin ein Fan von Mix & Match, ich mag es, wenn ich nicht fünf mal das gleiche Kacheli kaufen muss, sondern zum etwa gleichen Preis fünf verschiedene erstehen kann – könnte. Dann würden schon bald diese Schönheiten bei mir im Schrank, auf der Kommode, dem Regal, dem Tischchen und allenfalls sogar im Badezimmer (gefüllt mit Wattebäuschen) stehen:

Am besten gefallen mir die mit Punkten, Streifen oder geometrischen Mustern und die einfachen, die aussehen wie mit einer Schablone aufgetragen. Und im Moment sprechen mich die gelb gemusterten am meisten an. Vielleicht weil ich langsam genug vom Regen habe und die sonnige Seite des Monats Mai geniessen möchte? Mit einem leckeren Milchkaffee mit ganz viel Schaum, im bequemen Korbstuhl im Schatten neben dem Kirschbaum.

(Die Fotos in der Galerie sind alle von verschiedenen Anbietern auf Etsy.com)

Darf man auch mal stänkern?

Shabby Chic ist ja sowas von im Trend! In jedem Einrichtungshaus – und damit meine ich die richtig grossen wie (in der Schweiz) Möbel Pfister, Hubacher, Märki und wie sie alle heissen – preisen sie fabrikgefertigte weisse MDF-Möbel an und Deko-Schnick-Schnack in weiss, grau und neutralen Farben. Zerknitterte Kissenhüllen mit einem Aufdruck im Stil von „Les Savons de Plumifeux“ und Laternen in allen Grössen, von denen die Farbe abblättert. Streng karierte Küchentüechli und Servietten mit Röseli und Spitzen. Fabrikneu und massenproduziert.

Kommode Nelson PfisterNachtkästchen indiidIst das wirklich Shabby Chic? Ich kann es nicht mehr hören, dieses Wort, diesen Begriff! Rachel Ashwell, die Queen des Shabby Chic hat genau diesen Begriff als Markenzeichen eintragen lassen – und hat damit, streng genommen, ihr eigenes Konzept verraten (und das nicht im Sinne von ‚offenbaren‘ sondern von ‚abtrünnig werden‘).

by vintageprettypearl_blogspot_chShabby Chic (wörtlich: schäbiger Schick) ist ein Einrichtungsstil mit einer eklektizistischen Mischung aus Erbstücken, Flohmarkt-Schnäppchen und Selbstgemachtem, der Farben im Bereich von Pastell- und hellen Naturtönen sowie Gebrauchsspuren als Teil des ästhetischen Konzepts begreift. Einrichtungsgegenstände in diesem nostalgischen Stil werden neuerdings auch von spezialisierten Gewerbebetrieben gefertigt und in Einrichtungsmagazinen beworben.

Der Stil entstand in den 1980er Jahren in Großbritannien in Anlehnung an die Einrichtung großer, alter Landsitze der Gentry und war ursprünglich eine nichtkommerzielle Gegenbewegung zu der Neigung der oberen Mittelklasse, sich kostspielige Innenaustattungen im viktorianischen Stil anzuschaffen.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Shabby_Chic)

by countrystylechic_blogspot_chWas ist aus der ‚ursprünglich nicht kommerziellen Gegenbewegung‘ geworden? Und bin ich schon Teil dieser abtrünnigen, kommerziellen Produzenten (spezialisierte Gewerbebetriebe klingt ja noch sehr nett)? Wo ist das eklektizistische aus der Mischung hin? Und wo das Selbstgemachte?

Mir gefällt der klassische Shabby Chic, auch wenn ich persönlich nicht in weiss, pastell und neutralen Farben einrichte. Ich bewundere jede, die das Konzept durchzieht und als Accessoires vor allem Flohmarkt- und Brocante-Funde einsetzt. Natürlich darf es auch mal das eine oder andere „neue“ Stück dabei haben, z.B. hübsche Glaswindlichter oder gut verschliessbare Vorratsdosen. Aber wenn Shabby Chic dazu verkommt, dass die Einrichtung aus weissen Möbeln, vorwiegend aus dem Möbelhaus, besteht und aus Deko und Accessoires im Shabby-Stil „made in India, China, irgendwo“, dann ärgert mich das. Und es ärgert mich, dass Möbelhausketten oder auch andere internationale Grossunternehmen den kleinen, regionalen, kreativen Kleinstunternehmen, die sich mit viel Engagement und Herzblut dem Selbstgemachten im Shabby Chic widmen, mit ihren billigen, massenproduzierten Pseudo-Vintage-Produkten die Kunden abspenstig machen. Ich kann nicht verstehen, warum sich bekennende Shabby Chic-Liebhaberinnen im Möbelhaus ein klinisch weisses, leichtgebautes Schminktischchen kaufen, wenn es im Brocki ein stabil gebautes, sogar massivholziges zum Selber-Anstreichen zu erstöbern gibt.

princessgreeneye.blogspot.chDenn darin steckt doch der Spass: im Stöbern, Suchen, Finden; im Glücklich-nach-Hause-Tragen und mit Begeisterung und Elan anstreichen. Wenn es denn sein muss in Old White oder Paris Grey. Oder warum nicht mal in Duck Egg Blue oder ganz gewagt in Barcelona Orange?

turnstyle vogueFotoquellen von oben nach unten:
– Online-Möbelkatalog von Möbel Pfister
– eigenes Foto, indiid
– Buchcover gefunden bei vintageprettypearl.blogspot.ch
– eklektizistischer Mix gefunden bei countrystylechic.blogspot.ch
– princessegreeneye.blogspot.ch
– turnstylevogue.com

 

 

Fast fertig!

Herr indiid beklagt sich ja regelmässig, dass in unserer Stube zu viele Stühle stehen. Acht. Mindestens drei zu viel, meint er. Einer davon soll, wenn der Frühling dann so richtig hier ist, auf den Sitzplatz verbannt werden.

Ein anderer hat vor einigen Monaten so ausgesehen:

IMG_0003Vor ein paar Wochen so:

DSC_0016Ihr erinnert euch vielleicht, denn ich habe euch gefragt, wie ich ihn beziehen soll. Nun, erstens kommt es anders. Und zweitens, als man denkt. Denn ich habe schliesslich keine der vorgestellten Varianten gewählt, sondern einen anderen Stoff gefunden und gekauft. Vor einer Woche war ich nun im Atelier des hiesigen Polsterers und durfte sein Werkzeug benützen und auf seinen Rat und seine tatkräftige Unterstützung zählen und habe den zierlichen Sessel (Sitzhöhe ca. 40 cm, Höhe der Rückenlehne ca. 87 cm) neu bezogen.

DSC_0011 DSC_0014 DSC_0015 DSC_0013 DSC_0012 DSC_0010 DSC_0016Ganz fertig ist er nicht. Eine Abschlussborte, ein Doppelkeder, fehlt noch. Deshalb müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden, bis ich den Schönen in seiner ganzen Grösse zeige.

Während ich beim Polsterer war und wir zusammen Kaffee getrunken haben, hat er mir das Fotoalbum einer seiner Arbeiten gezeigt. Vor kurzem hat er ein antikes Hirschsofa vom Grundgerüst auf originalgetreu gepolstert und bezogen: neue Gurten und Federn gesetzt, mit Rosshaar gepolstert und mit Jute und Baumwolle gespannt und eingenäht. So ganz kurz und laienhaft nacherzählt. Aber wow! Was für eine Arbeit! Bei so etwas würde ich gerne mal mithelfen! Alleine das Neu-Beziehen des kleinen Sessels hat richtig Spass gemacht und am liebsten hätte ich am nächsten Tag gleich noch einen eingekleidet! Aber ich denke, Herr indiid ist ganz glücklich, dass ich keinen weiteren zum Beziehen und In-die-Stube-Stellen habe.

Heidigruess

Abverheit und trotzdem Freud!

Ein Projekt sieht beeindruckender aus, wenn das Vorher-Foto in einem dunklen Raum mit mieser Kameraeinstellung aufgenommen wird. Der Ah-Effekt steigert sich um einiges, wirklich. Naja, wenigsten hoffe ich das!

IMG_2918 IMG_2920 IMG_2921Die praktische Erklärung zu den dunklen Fotos ist einfach: im Heizungsraum ist es schön warm (was angenehm zum Arbeiten ist). Leider hat es nur eine Leuchte (was guten Fotos abträglich ist). Die Fotos wurden mit der Handykamera gemacht.

Diese Fotos sind allerdings nicht der Grund, weshalb ich hier (und auch schon hier) vom abverheiten (misslungenen) Projekt spreche, an dem ich dennoch ziemlich Freude habe!

Ich wollte schon immer ein Nähmaschinentichschen. Schon immer heisst, seit ich bei der bekannten Schweizer Nähmaschinen-Herstellerin die Lehre gemacht habe. Fürs Tischchen hats nicht gereicht, aber eine Nähmaschine habe ich mir natürlich günstiger gekauft. Das war vor 23 Jahren.

Vor drei Wochen, nachdem die alte Maschine entfernt und die Vorher-Fotos gemacht waren, habe ich das Möbel innen in Chalk Paint™, Farbe Louis Blue gestrichen. Ich wollte eine helle Farbe, aber nicht weiss und Louis Blue hatte ich gerade noch genügend über.

DSC_0013 DSC_0016 DSC_0017 DSC_0018 DSC_0020Das hübsche kleine Fach für die Unterfadenspulen gefällt mir genauso gut, wie die beiden Fächer darunter. Das ist einfach chic. Am allerliebsten mag ich allerdings den kleinen Ring, einem Getränkehalter nicht unähnlich. Ich habe keine Ahnung, wozu er diente, aber ich habe den erfreulichen Verdacht, dass da genau eine Dose Vanilla Coke rein passt!

DSC_0015Der dunkle Fleck um den Getränkehalter hat sich erst einige Zeit nach dem Malen gebildet. Ich vermute, dass es Öl oder eine ölige Flüssigkeit ist, die ins Holz eingesogen ist und durch die Feuchtigkeit der Farbe wieder sichtbar wurde. Rechts davon hat sich der Louis Blue Anstrich gelblich-grün verfärbt. Das gibt es manchmal, wenn die Farbe dem Holz Gerbstoffe entzieht. Dagegen lässt sich aber etwas machen: wenn sich die Verfärbung nach dem ersten Anstrich zeigt, die betreffenden Stellen einfach mit Clear Wax von Annie Sloan behandeln. Am nächsten Tag wieder drüber streichen. Falls die Verfäbungen besonders hartnäckig sind, oder auch noch nach dem Wachsen durch den zweiten Anstrich sichtbar sind, hilft eine blockierende Schicht Schellack (erhältlich u.a. bei boesner Künstler- und Bastelbedarf). Schellack trocknet sehr schnell und kann nach einer Stunde bereits überstrichen werden. Die Verfärbungen hier habe ich nicht behandelt.

Die Aussenseite des Tischchens habe ich schon vor dem ersten Anstrich mit Schellack behandelt, weil ich mit Verfärbungen rechnete, denn es hatte bereits sichtbare Ringe und Flecken, die von Flüssigkeiten stammten. Nach dem ersten Anstrich mit der Farbe Versailles sah es ganz gut aus. Nach dem zweiten Anstrich und nachdem das Tischchen ein paar Tage aufs Weiterarbeiten warten musste, hatte es einige Verfärbungen. Ich habe sie nicht noch einmal behandelt. Heute, nach etwa drei Wochen sieht man sie praktisch nicht mehr. Weshalb das so ist, kann ich auch nicht erklären.

Nach dem deckenden Anstrich mit Versailles habe ich meine neue Wunderwaffe zur Hand genommen: einen gemusterten Farbroller von The Painted House! Ich hatte ihn noch nie eingesetzt und auch noch nicht „trocken“ ausprobiert. Nachdem ich mir noch einmal eines der Instruktionsvideos angesehen hatte, und eine Versuchsrolle auf einem grossen Karton gemacht hatte, habe ich also beim Türchen vorne angefangen. Jaja, man sollte so etwas sorgfältig aufgleisen und besser auf der hinteren Seite anfangen, denn falls es abverheit, ist es nur die Hinterseite! Aber ich, ich dachte mir, wenn ich nicht mit dem Roller hantieren kann, dann kann ich nach der Vorderseite aufhören. Ja, so ticke ich!

DSC_0003 DSC_0005 DSC_0004Nun, was soll ich sagen? Die vordere Seite, also das Türchen, ist halt eben abverheit! Aber weil ich gemerkt habe, woran es liegt und weil mir das Muster so gut gefallen hat und der Roller einfacher zu handhaben war (als ich es denn richtig handhabte), als ich mir vorgestellt hatte, habe ich die anderen drei Seiten auch noch gerollert! Tada!

DSC_0009 DSC_0008 DSC_0006 DSC_0001Seit einigen Tagen ist das Tischchen nun besetzt mit der Nähmaschine und ab und zu von mir. Es ist sehr praktisch, weil es sich zu beiden Seiten vergrössern lässt und so angenehm viel Ablagefläche bietet.

DSC_0035Am liebsten hätte ich es ja gehabt, wenn mein Mann die alte Maschine entfernt hätte und meine so auf- und eingebaut hätte, dass sich diese nun versenken lässt. Aber das war nicht machbar. So steht die nicht ganz so alte Maschine auf dem Boden der sehr alten Maschine.

DSC_0032 DSC_0033Das ins Holz eingelegte Massband habe ich natürlich nicht überstrichen. Sowas kann man ja beim Nähen immer wieder brauchen und gehört zum Charme des Möbels.

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DSC_0027 Genauso wie einige abgeschlagenen Kanten und Ecken, die ich nicht abgeschliffen oder ausgespachtelt habe.

DSC_0031 DSC_0029Genauso wie die Ecken und Kanten gefällt mir auch, dass das Motiv des Farbrollers mit der Zeit blasser wird (und man dann halt wieder etwas Farbe aufnehmen muss). Das passt doch einfach zum Vintage-Stil, bei dem Alter, Patina und Abnutzung imitiert wird!

DSC_0023Nächstes Mal zeige ich euch Herrn indiids Pinselstriche. Ohja, der gute Mann hat – wie er es nennt – geschäbbt!

Heidigruess