Australien liegt auf der anderen Seite der Welt – einfach ein paar Gedanken

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Und ich bin hier. An meinem Platz. Den ich mir ausgesucht habe. Auch wenn nicht immer ganz freiwillig. Oder bewusst.

Vor ein paar Tagen habe ich meinen Geburtstag gefeiert. Keinen runden. Keinen geraden. Keinen besonderen. Und doch ist seit ein paar Jahren jeder Geburtstag besonders. Durch die lieben Menschen, die an mich denken, die mich an diesem speziellen Tag besuchen und einfach Zeit mit mir verbringen. Jeden Geburtstagabend gehe ich glücklich und zufrieden ins Bett, obwohl die Zahlen immer grösser und bedrohlicher werden. Aber das ist interessanterweise gerade am Geburtstag nicht das wichtigste.

Werde ich „gäbig“ alt? Nein, ich mag nicht alt werden. Setze mich nicht gerne mit meiner eigenen Vergänglichkeit auseinander. Aber immer wieder bin ich auch mit mir und meinem Leben versöhnt, im Reinen, im Einklang. Und das tut gut. Denn für gewöhnlich bin ich eher der pessimistische Typ; mein Glas ist meistens halb leer, nicht halb voll. Obwohl, sogar das scheint sich mit den fortschreitenden Jahren zu verändern.

Eine liebe Freundin hat mir auf die Eröffnung von indiid geschrieben: „Ich finde das Leben über 40 ausserordentlich spannend und reich“. Recht hat sie! Und dabei wird mir bewusst, wie wenig ich im „Damals“ gelebt habe, als ich noch halb so alt war – oder nur 3/4 davon. Ja, wenn ich auf die vergangenen zwanzig Jahre zurückblicke, dann erkenne ich, wie ich mich damals leben liess anstatt zu leben. Wie ich mich leben liess von den Erwartungen anderer. Oder, schlimmer noch, von den Erwartungen, wie ich meinte, dass andere sie an mich haben.

Nun gehöre ich zu den 40+ und bin so ganz bei mir. Jetzt habe ich auch die Kraft und die Möglichkeiten meine Träume zu verwirklichen. indiid ist so ein Wirklichkeit gewordener Traum. indiid (vom englischen indeed, also tatsächlich oder in der Tat oder na sowas!) steht für mich darum in erster Linie dafür, nicht nur zu wünschen und zu träumen „ach, wäre doch…? – ach könnte ich… ! – ach, hätte ich…!“, sondern Schritte zu tun, vorwärts zu gehen, aktiv zu werden und auch etwas zu wagen – eben in die Tag umzusetzen. Ohne Garantie, dass es ohne Verluste gelingen wird. Ohne Gewissheit, dass ich das Richtige tue. Ohne Netzt und doppelten Boden.

Mit der Eröffnung von indiid habe ich einen Meilenstein erreicht, einen Traum wahrgemacht. Habe ich deshalb keine Träume mehr? „Wer sich keine Zeit nimmt zu träumen, verschenkt die Möglichkeit zu fliegen.“ Diesen Satz habe ich ebenfalls zur Eröffnung von indiid erhalten. Ich möchte weiterhin fliegen können, deshalb werde ich weiterhin träumen! Das Leben hält noch viel bereit, auch jenseits der 40 – also, eigentlich  diesseits der 40!

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So also habe ich mit 40 ausgesehen. Vielleicht bin ich doch nicht ganz mit meinem Alter versöhnt, wenn ich hier kein aktuelles Foto zeige…? Aber ich mag dieses Bild, und ich mag den Ort, an dem es aufgenommen wurde. Ich erinnere mich gerne an jenen Tag, den Ort, den Spaziergang und die Personen, mit denen ich unterwegs war. Auch Erinnerungen machen ein Leben diesseits der 40 reich. Aber das wäre vermutlich Stoff für einen weiteren Beitrag.

Was das nun alles mit Australien zu tun hat? Nichts. Auch keine Träume von Reisen nach Down Under.

Ablenkung – oder es schüttet wie aus Kübeln

Der Mai verabschiedet sich tränenreich. Und laut Vorhersagen stimmt der Juni gleich mit ein und lässt zwei Tage einfach nur Nass vom Himmel. Eigentlich habe ich es satt. Das Wetter und auch das ständige Wettern darüber. Aber davon los komme ich nicht.

Also versuche ich es mit Ablenkung: putzen, E-Mails beantworten, schlafen, Tee trinken und Guetzli essen, Erinnerungen. An schöneres Wetter, an ebenfalls nicht-schönes Wetter an schöneren Orten:

Foto courtesy M.

Foto oben von M.

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Und natürlich schöne Orte bei schönem Wetter. Oder Lieblingsorte, an denen das Wetter keine Rolle spielt.

Edinburgh Castle von Princes Street Garden

Edinburgh Castle von Holyrood Park

Wenn der Regentag weiter fortgeschritten ist, werde ich ihn mit einem „wee dram“ meinerseits begiessen, slàinte mhath