Liebe Nora

Ich danke dir ganz herzlich für die Nominierung zum Liebster Award. Aber ich merke, ich bin ein bizzeli überfordert. Die Spielregeln stellen mich vor ein fast unüberwindbares Hindernis. (Gut, das ist ein bisschen übertrieben.)liebster-blog-award-2-post1Die Spielregeln sind folgende: hinterlasse dem der dich nominiert hat eine positive Rückmeldung, (check) beantworte die 11 dir gestellten Fragen (Nachtrag: check), nominiere 11 Blogger, die unter 200 Follower haben, denk dir 11 neue Fragen aus, die die Blogger beantworten sollen!

Liebe Nora, ich bin ein Mainstream-Blog-Leser. Ich kenne (fast) keine Blogs, die weniger als 200 Follower haben! Ich lese einige Blogs – gut, ich folge einigen Blogs (denn ab und zu schaue ich auch nur die Bildli an) – wie Miss Mustard Seed oder Kate Davies Design oder Dancing Beastie, aber die sind alle recht erfolgreich. Sehr gerne würde ich Jung-Blogger promoten, aber dafür kenne ich leider einfach zu wenige. Und es dünkt mich nicht ehrlich, wenn ich mich einfach verzweifelt auf die Suche nach „Unter-200-Followern“ mache und diese dann in die Liste der Elf aufnehme, ohne dass ich sie wirklich kenne oder ihnen folge. Dank deiner Nomination und den Nennungen in deinem Blog habe ich ein paar neue Blogs kennen gelernt und auch abonniert. Und für diesen Input, diesen frischen Wind danke ich dir.

Deine elf Fragen habe ich schon vor über einer Woche beantwortet (unveröffentlicht) – es hat Spass gemacht!

Wie bist du auf den Namen deines Blogs gekommen?
Ich bin ein bizzeli ein Sprach-, ein Wörter-Nerd. Indiid ist eine verschweizerdeutschte Version des englischen indeed, in der Tat oder auch Na sowas! Gewählt habe ich ihn, weil ich mir mit indiid, dem Laden und allem, was dazu gehört: dem Blog, der Webseite, dem Möbel-Auffrischen einen Traum erfüllt habe. Am Erfüllen bin. So quasi nach dem Motto: Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum! Und dann gefällt mir natürlich auch der Ausdruck der Überraschung, der in indeed, na sowas! steckt.

Woher bekommst du deine Ideen?
Aus Träumen! Nein, natürlich nicht. Mehrheitlich aus dem WWW, aus Wohnzeitschriften und -büchern. Aus Bildern im Kopf. Aus Gesprächen mit meiner Freundin, Lady Rosegarden.

Wer ist dein größter Fan?
Unser 7-jährige Mini Australian Shepherd Finn. Bedingungslose Zuneigung.
DSC_0046Was hast du vom Leben gelernt?
Dass es immer wieder einfach „nur“ schön ist! Dass es sich lohnt zu hoffen!

Welchen Urlaubsort würdest du  gerne zu deiner zweiten Heimat machen?
Edinburgh! Ohne lange zu überlegen, aber mit dem nötigen Kleingeld für eine
Wohnung in der New Town.

New Town EGNew Town EHDeine größte Versuchung ist …?
… meinen Stimmungen und Launen unüberlegt zu folgen.

Was treibt dich in den Wahnsinn?
Der ganz alltägliche Alltag, manchmal und immer wieder.

In welches Fettnäpfchen bist du zuletzt getreten?
Ich versende (mittlerweile schon fast regelmässig) private sms an falsche Kontakte, auch an geschäftliche. Autsch!

Was kannst du nicht mehr erwarten?
Darauf, dass mir auf diese Frage eine Antwort einfällt. Ich überlege und überlege, aber mir fällt nichts ein. Kann es sein, dass ich geduldiger bin, als ich mir selber zutraue? Oder gibt es nichts mehr, was ich mir erhoffe, träume, wünsche? Gedankenfutter.

Der beste Song überhaupt ist …?
If you don’t know me by now in einer frühen Version von Harold Melvin & The Blue Notes

Wenn du etwas in deinem Leben oder an dir ändern könntest, was wäre das?
Ich wäre gerne ausgeglichener und weniger impulsiv – vor allem in potenziellen Fettnäpfchen-Situationen.

Dieser erste Teil war herausfordernd, aber auch spannend – wenigstens für mich. Und ich werde mir wirklich noch ein paar Gedanken darüber machen, was ich nicht mehr erwarten kann oder noch wünsche, hoffe, träume!

Meine elf Fragen stelle ich den Autorinnen und Autoren der folgenden Blogs – und entschuldige mich gleich, dass ich die 11/200-Regel nicht einhalten kann:
Blanca von KleineKleinigkeiten hat mehr als 200 Follower. Aber ich bin immer wieder überrascht und begeistert, wie kreativ und einfallsreich sie ist und wie anschaulich und kurz sie diese Ideen mit der Blogger-Welt teilt. In der Kürze liegt die Würze!
Annabelle, die Kreative vom Ateliergarten, die ich auch schon persönlich kennengelernt habe und in deren wunderschöner Wohnküche man die allerbesten Brunches mit lieben Freunden geniessen kann.
Gaby, Lady Rosegarden, die absolute Jungbloggerin ist und die Bedingungen betreffend Follower mit Sicherheit (noch) erfüllt. Aber ich traue ihr zu, dass das nicht mehr lange so sein wird.

Welche anderen Blogs ich lese, anschaue oder bei denen ich mich ab und zu einklinke, ist links in der Seitenleiste ersichtlich. Vielleicht möchte die eine oder andere geneigte Leserin ihre Nase auch mal da reinstecken (nicht bös gemeint, gell).

Meine Fragen sind folgende:

– Wie startest du in deinen Tag?
– Was ist dein liebstes Ding?
– Welches Buch hättest du gerne persönlich von der Autorin, dem Autoren signiert?
– Worauf willst du nicht mehr verzichten?
– Mit welcher Farbe würdest du dich vergleichen? Weshalb?
– Wenn du die Möglichkeit hättest mit der Zeitmaschine in eine andere Zeit zu reisen, in welches Jahrhundert, Jahrzent oder gar Jahr liessest du dich versetzen?
– … in welches Land?
noch vier…
– Tee oder Kaffee?
– Cocktail-Kleid oder Wohlfühl-Onesie?
– einsame Insel oder City-Trip?
– süss oder pikant?

Liebe Blanca, Annabelle und Gaby, ich freue mich, wenn ihr euch die Zeit für die Beantwortung dieser Fragen nehmt und im besten Falle elf Fragen an elf Blogs mit weniger als 200 Followern stellt.

Häsli hüpf!

Das Frühlingswetter hat sie wohl angelockt, die zauberhaften Hasen von Simone N., die ab sofort im indiid auf neue Nestli warten. Simone hat sie entworfen und selbst genäht. Ich finde, sie sind wirklich eine

DSC_0044Beim Fotografieren heute Nachmittag konnte ich fast nicht genug von ihnen bekommen und ich lasse sie jetzt einfach für sich selber sprechen, resp. posieren.

DSC_0046 DSC_0033 DSC_0035 DSC_0034Jeder Hase ist ein Unikat und ich bin versucht zu sagen, jeder hat einen eigenen Charakter ;).

DSC_0025 DSC_0026DSC_0014 DSC_0029Die Langohren sind auf silberfarbenen Kerzenhaltern (früher für den Christbaum) montiert und man kann sie sehr gut aufs Osterbäumchen stecken, oder auf einen Kranz oder ein Hühner Hasenstängli.

Simone hat nicht nur härzige Hasen genäht. Mit den Hasen hat sie Stoffherzen vorbei gebracht. Ebenfalls jedes ein Unikat, die Stoffe hat sie selber bedruckt! Ich sage euch, die Frau ist so unglaublich – schon fast unverschämt! 😉 kreativ!

DSC_0013 DSC_0015 DSC_0016Die Herzen und die Hasen gibt’s nur im Laden!

DSC_0007 DSC_0011 DSC_0012 DSC_0024Ich habs ja gesagt, ich konnte fast nicht genug von den Hübschigkeiten kriegen. Und weil das Wetter sooo schön war, habe ich auch gleich noch ein paar Fotos vom Sessel gemacht. Der hat gestern noch das Polsterband verpasst bekommen und ist damit fertig.

DSC_0047 DSC_0050 DSC_0052Finn hat sich schön ferngehalten, während ich die zierlichen Hasen fotografierte. Als ich dann den Sessel aus der Stube geholt und unter der Magnolie platziert hatte, hat er sich hübsch ins Bild gelegt.

Die Magnolie trägt auch dieses Jahr wieder viele Blüten und ein paar davon sind dank des milden Winters und der sonnigen letzten Tage schon fast offen. Jetzt hoffe ich ganz fest, dass es nicht doch noch so richtig kalt wird und sie alle verfrieren, wie es andere Jahre schon mal passierte!

DSC_0042 DSC_0037 DSC_0038Geniesst die warmen Frühlingstage!
Heidigruess

Fast fertig!

Herr indiid beklagt sich ja regelmässig, dass in unserer Stube zu viele Stühle stehen. Acht. Mindestens drei zu viel, meint er. Einer davon soll, wenn der Frühling dann so richtig hier ist, auf den Sitzplatz verbannt werden.

Ein anderer hat vor einigen Monaten so ausgesehen:

IMG_0003Vor ein paar Wochen so:

DSC_0016Ihr erinnert euch vielleicht, denn ich habe euch gefragt, wie ich ihn beziehen soll. Nun, erstens kommt es anders. Und zweitens, als man denkt. Denn ich habe schliesslich keine der vorgestellten Varianten gewählt, sondern einen anderen Stoff gefunden und gekauft. Vor einer Woche war ich nun im Atelier des hiesigen Polsterers und durfte sein Werkzeug benützen und auf seinen Rat und seine tatkräftige Unterstützung zählen und habe den zierlichen Sessel (Sitzhöhe ca. 40 cm, Höhe der Rückenlehne ca. 87 cm) neu bezogen.

DSC_0011 DSC_0014 DSC_0015 DSC_0013 DSC_0012 DSC_0010 DSC_0016Ganz fertig ist er nicht. Eine Abschlussborte, ein Doppelkeder, fehlt noch. Deshalb müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden, bis ich den Schönen in seiner ganzen Grösse zeige.

Während ich beim Polsterer war und wir zusammen Kaffee getrunken haben, hat er mir das Fotoalbum einer seiner Arbeiten gezeigt. Vor kurzem hat er ein antikes Hirschsofa vom Grundgerüst auf originalgetreu gepolstert und bezogen: neue Gurten und Federn gesetzt, mit Rosshaar gepolstert und mit Jute und Baumwolle gespannt und eingenäht. So ganz kurz und laienhaft nacherzählt. Aber wow! Was für eine Arbeit! Bei so etwas würde ich gerne mal mithelfen! Alleine das Neu-Beziehen des kleinen Sessels hat richtig Spass gemacht und am liebsten hätte ich am nächsten Tag gleich noch einen eingekleidet! Aber ich denke, Herr indiid ist ganz glücklich, dass ich keinen weiteren zum Beziehen und In-die-Stube-Stellen habe.

Heidigruess

Herr indiid hat geschäbbt

Ja. Und zwar sehr erfolgreich. Es hat ihm Spass gemacht und es sieht sehr gut aus!

Es ist ein zierlicher Damen-Schreibtisch, keine echte Antiquität, sondern ein Replikat und leicht gebaut. Herrn indiid hat er auf den ersten Blick gefallen (er hat den Schreibtisch trotz schlechter Beleuchtung und kreativem Chaos sofort gesehen, als er die Werkstatt betrat. Seine Augen weiteten sich – was nicht oft vorkommt, wenn’s um Möbel geht) und er hat gesagt, dass er ihn gerne streichen würde.

IMG_2897Herr indiid meint bei fast jedem Möbel, das ich mit Farbe restauriere, dass es zu wenig shabby ist. Soll heissen, dass ich es nach dem Streichen zu wenig anschleife, zu wenig auf alt, gebraucht, antik und angestossen trimme. Für ihn war daher klar, dass er die kleine Holde heftig „schäbben“ würde. Aber zuerst musste er natürlich streichen. Weil die Kleine leicht und zierlich ist, habe ich vorgeschlagen, den Pinsel in Old White zu tauchen und klassisch Shabby Chic zu streichen. Herr indiid war einverstanden.

Nach zwei Anstrichen, die Chalk Paint™ hatte er jedes Mal mit etwas Wasser verdünnt, hat er sich also ans Schäbben (er nennt das so, nicht ich!) gemacht. Nicht mit Schleifpapier, sondern mit einem feuchten Lappen. Nach vollbrachtem Schäbben („Heidi, EINE Stunde habe ich jetzt nur geschäbbt! Ich hätte nie gedacht, dass das so viel Zeit in Anspruch nimmt!“) hat er das Möbel mit Clear Wax von Annie Sloan aussen und innen gewachst.

Und so steht sie nun da! In Old White, geschäbbt und gewachst.

DSC_0029 DSC_0026 DSC_0025 DSC_0024 DSC_0023 DSC_0022Ich finde, er hat das richtig toll gemacht, der Herr indiid!

Heidigruess

C’s weisse Nachtkästchen

image-4Ein Vorher-Foto!
Zu verdanken habe ich es C, die diszipliniert genug ist ein Foto zu machen, bevor sie mit dem Pinsel loslegt.

C hatte zwei von diesen hellbraunen, klarlackierten englischen Möbeln aus Wurzelholz. Warum ich das so genau weiss? Nun, sie hatte die Möbel von mir. C ist nicht bloss eine Kundin, sondern eine langjährige Freundin. (Klingt langjährige Freundin nicht viel besser als alte Freundin?!) Wir kennen uns schon unser halbes Leben lang. Und das mit ‚englisch‘ und ‚Wurzelholz‘ weiss ich vom früheren Besitzer, der mir das ganz stolz erzählt hat. Er hat auch den Stil erwähnt – ich konnte es mir nicht merken – und dass er die zwei Kästchen in England, seinem zweiten Wohnsitz gekauft hatte. Ich war beeindruckt, wirklich. Und hielt es für gescheiter, nicht zu erwähnen, dass mir das Wurzelholz und der glänzende Lack nicht gefallen und ich es ohne Skrupel anmalen würde! Die zierlichen Füsse und das ‚doppelflügelige‘ Türchen hatten mich zum Kauf verführt. Und natürlich die herausziehbare Platte über der Schublade!

Als C mich dann vor ein paar Wochen anfragte, ob ich nicht wüsste, wo es ein günstiges Nachtkästchen hätte (Brocki, ricardo, Flohmi…), habe ich ihr diese beiden Hübschen angeboten. (Dass ihr Mann ihr, genauso wie mein Mann mir, verboten hatte weitere Möbel zu kaufen, zu ersteigern oder am Strassenrand aufzulesen, sei hier nur kleinlaut und in Klammern vermerkt.)

So, genug einführende Worte. C hat sich nach dem Vorher-Foto sofort ans Werk gemacht und das eine der beiden Kästchen für Ihre Tochter aufgehübscht. Mit Chalk Paint™ von Annie Sloan, Farbe Original und für innen hat sie rote Acryl-Farbe für ein Pink dazugemischt.

image-3 image-2Nach dem Streichen hat sie es mit Clear Wax von Annie Sloan behandelt. Das verleiht der Chalk Paint™, die sonst zum Berühren ein bisschen pudrig oder samtig ist, eine angenehm glatte Oberfläche. Und den nötigen Schutz gegen Kratzer oder auch Wassertropfen. Man muss Chalk Paint™ nicht wachsen, aber es empfiehlt sich. (Gartenmöbel, die mit Chalk Paint™ gestrichen werden, sollte man nicht wachsen, weil der Wachs mit Sonnenlicht reagiert und die Farbe abblättert.) Der Farbanstrich ist dann auch resistenter gegen Verschmutzungen und wenn man nach dem Wachsen poliert, erhält er einen seidenmatten Glanz.

Nach dem Wachsen mit dem hellen Wachs hat C das Möbel mit Dark Wax behandelt. Das betont die wunderschönen Füsse und gibt dem ganzen Möbel eine antike Patina. Wichtig ist unbedingt, das Möbel nach dem Malen zuerst mit Clear Wax und erst anschliessend mit Dark Wax zu „altern“. Ohne Schutzschicht des hellen Wachses würde der dunkle sofort in die Farbe einziehen und dann hat man das Möbel viel dunkler und antiker, als es man gerne hätte. Überschüssigen dunklen Wachs kann man so mit einem Lappen und etwas hellem Wachs darauf einfach wegwischen.

image-1Gemäss C hat sich ihre Tochter sehr über das „neue, alte“ Nachtkästchen gefreut. Und es passt doch auch ganz hervorragend in das Zimmer der jungen Frau, gell!

imageWie gesagt, schützt der Wachs die Farbe und versiegelt sie. Wassertropfen perlen ab und lassen sich gäbig abwischen. Möbel für Badezimmer oder Küche erfordern mehrere Wachsschichten, weil sie erhöhter Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Zwischen den einzelnen Wachsschichten sollte man mindestens eine Stunde warten. Der Wachs kann die Farbe nicht vor Hitze schützen. Das heisst, heisse Pfannen, Tassli oder dergleichen sollten immer auf einen Untersetzer gestellt werden. Es können sonst hässliche Ringe entstehen. Wie es mir übrigens auch bei einem geölten Esstisch passiert ist. Und genau wie bei geölten Möbeln empfiehlt es sich bei gewachsten Möbeln diese Schutzschicht regelmässig zu erneuern.

Das zweite Nachtkästchen hat C dann für sich angemalt. Wieder in Original, aber ohne pinkes Interieur. Nach der Versiegelung mit Clear Wax hat sie hier nur die Kanten und die (ich wiederhole mich) hübschen Füsse dunkel gewachst.

IMG_2960IMG_2959IMG_2958Und nun hat C nicht mehr zwei klar lackierte englische (Chippendale?) Wurzelholz-Nachtkästchen, sondern zwei weisse, schäbig schicke Schönheiten, die ihresgleichen suchen!

Nächstes Mal zeige ich euch mein abverheites Nähtischchen, an dem ich dennoch ungemein Freude hab! (Für die Leser, die der Thurgauer Mundart nicht mächtig sind: Nächstes Mal zeige ich euch mein misslungenes Nähtischchen, auf das ich dennoch angemessen stolz bin.)

Heidigruess

Ideen, Ideen, Ideen

Diesen Sessel habe ich vor einigen Monaten günstig bei ricardo ersteigert. Mit Freude habe ich ihn abgeholt und schon bald einmal ausgezogen. (Und natürlich kein Vorher-Foto gemacht, ‚tschuldigung).

DSC_0015Dann ist der Sessel lange in der Garage gestanden, wurde von der Katze besucht und hat im allgemeinen Ein- und Aus- und Umräumen ein paar Mal den (Abstell-)Platz gewechselt.

Meine erste Idee für den Sessel war, ihn einfach nur zu entkleiden und dann so zu besitzen/be-sitzen. Die Inspiration dazu fand ich bei Nina Hartmann, vintagebynina.com, in ihrem gleichnamigen Buch.

DSC_0007DSC_0008 DSC_0009Weil aber die Rückenansicht nicht einfach beige ist, sondern ein farbiges Vlieslin, habe ich die Idee wieder fallen lassen. Und auch, weil es zwar gut aussieht, aber irgendwie doch auch zu shabby. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob die dünne Moulure der Belastung des Be-sitzens lange standhalten würde.

DSC_0020Also doch den Sessel neu beziehen und dafür einen einfachen, beige- oder crèmefarbenen, etwas festeren Baumwollstoff wählen? Oder Leinen?

Dann kam die Idee mit den alten Mehlsäcken, gesehen bei Miss Mustard Seed und auf unzähligen anderen Fotos auf den einschlägigen Internetseiten.

grain sack chairZu meinem Glück habe ich Anfang Dezember bei der Brocki-Tour mit M drei antike Mehlsäcke gefunden, die Idee könnte als Realität werden.

IMG_2769Wären da nicht Sarah Moore und ihr Buch Vintage Home mit diesem wunderschön bunten Titelbild mit ebendiesem grünen Sessel mit Blumenmuster (ohne besticktes Rosenkissen, bitte!).

DSC_0003DSC_0004So, genau so am liebsten, sollte der Sessel bezogen werden. In Stoffläden, Brockenhäusern und online bin ich also auf der Suche nach einem grünen Stoff mit Blumenmuster. Erfolglos, bisher. Schliesslich brauche ich mindestens zwei Meter, bei einer Stoffbreite von 1,50 m und das findet sich im Bereich Vintage Stoffe nicht so einfach. Schon gar nicht in der Schweiz.

Mustermässig habe ich zwei valable Alternativen gefunden. Aber von der Qualität her sind sie als Bezugsstoffe zu dünn.

DSC_0018 DSC_0019Da fällt mein Blick auf einen solchen oder ähnlichen wunderschönen Sessel

tartan-chair-3541347273685und ich denke mir, dass ich meinen ja mit einem tartanähnlichen Stoff beziehen könnte. Zum Beispiel gleich mit meiner neuen Sofadecke!

DSC_0003

DSC_0017Aber dann wäre mein neuer Sessel stylingmässig nur ein Wintersessel. Denn bei aller Liebe zum Tartan-Muster und dem Land seiner Herkunft: ein wollähnlicher Bezug würde mir für die Sommermonate nicht gefallen.

Oder ich mache es mir ganz einfach. Hole den Sessel, so wie er jetz eben grad ist, aus der Garage (ja, die Bilder verratens: das habe ich schon gemacht) und schmeisse einfach ein Schaffell drauf, resp. ich drapiere ein Schaffell auf den Sessel. Bis der Frühling da ist, könnte das ja passen.

DSC_0016Und nun, meine Lieben, seid ihr dran! Welchen Weg soll ich – eurer Meinung nach** – mit dem Sessel einschlagen? Rough Shabby wie Nina? Oder buntes Vintage wie Sarah? Klassisch schlicht wie Marian…? Ich freue mich auf eure Gedanken! Vielleicht sogar ganz neue, die hier noch nicht erwähnt sind?!

** Weil ich mich ja kenne, gebe ich keine Garantie, dass ich am Ende dann mit dem Sessel nicht doch mache, was mir passt.

Heidigruess

Weiss

Weiß ist die hellste aller Farben. Es ist, wie Schwarz und Grau, eine unbunte Farbe. Weiß ist keine Spektralfarbe, sondern entsteht durch ein Gemisch aus Einzelfarben, das den gleichen Farbeindruck hervorruft wie Sonnenlicht.
(…)
(Quelle: Wikipedia)

Weiss ist DIE Farbe, die sofort mit Shabby Chic in Verbindung gebracht wird. Für viele ist Shabby Chic gleichzusetzen mit weiss. Deshalb bin ich auch nicht der typische Shabby Chic Typ, denn ich mag’s lieber bunt. Aber an den Tagen zwischen den Jahren habe ich ein paar Möbel weiss gestrichen. Nur weiss. Und sogar für mich, für unser Haus, nicht zum Verkaufen. Naja, jedenfalls nicht sofort.

Dieser stabile und bequeme Geselle wird mich in Zukunft ertragen müssen, wenn ich im Büro arbeite. Der Vorgänger aus der Ikea hat ja nach ein paar Jahren unter mir nachgegeben – ist sprichwörtlich eingeknickt. Da nützt dann auch kein neuer Anstrich mehr.

DSC_0019 DSC_0016Und so sah der Stuhl vorher aus:

buerostuhlDie Kommode stand schon ein paar Jahre als Stauraum bei der Garderobe, gefüllt mit Plastiktragtaschen, Dekomaterialien, Landkarten, alten Briefen und Krimskrams. Jetzt, da sie ein neues Aussehen erhalten hat (sie war vor einigen Jahren von meiner Schwester abgelaugt worden), hat sie auch einen neuen Platz gefunden, im Badezimmer. Was auf den Fotos nicht drauf ist, hat sich dort auch wieder mit ihr vereinigt: die Marmorplatte und der Spiegel.

DSC_0009 Ich habe ziemlich viel Farbe ziemlich dick aufgetragen. An einigen Stellen habe ich sie sofort mit dem Föhn getrocknet, was die Farbe zum Reissen (Krakelieren) bringt.

DSC_0014 DSC_0011 DSC_0015Alte Anstriche werden oft brüchig und reissen, weil die Farbe austrocknet. Mit Chalk Paint™ kann man diese Alterserscheinung mit der oben beschriebenen Technik imitieren. Die Risse in der Farbe werden betont, indem man nach dem Wachsen mit Clear Wax den dunklen Wachs aufträgt, der in den Rissen, den tieferen Stellen sitzen bleibt und so den Staub und Schmutz der vergangenen Jahrzehnte imitiert. Denn darum geht’s ja beim Shabby Chic und beim Malen mit Chalk Paint™: den Möbeln, die nicht so alt sind, wir wir’s gerne hätten, die Patina vergangener Zeiten „anzuschummeln“.

Bei dieser Kommode habe ich auch die Griffe und Beschläge der Schlüssellöcher übermalt und gewachst. So sehen sie doch aus, als wären sie schon jahrhundertealt. Darüber hinaus kann man so die Details noch betonen.

DSC_0012 DSC_0013Aller guten Dinge sind drei und das dritte Stück ist diese Garderobe, die ich bei ricardo gesehen und ersteigert habe *dreizweieinsmeins*:

GarderobeErsteigert und abgeholt habe ich sie im Brocki-Shop in Sirnach. Ich sage euch, das ist eine Brocki! Eine Edel-Brocki! Wenn ihr Zeit habt, dann müsst ihr da unbedingt mal hin (Mittwoch-Nachmittags oder am Samstag)! Da findet man einfach alles! Ich bin dann auch nicht nur mit der Garderobe nach Hause gefahren, sondern noch mit ein paar Sächelchen mehr. Und vergangenen Samstag mit Lady Rosegarden auch gleich nochmal hin. Aber das ist ein anderes Thema und soll ein ander Mal erzählt werden.

Weil die Kommode ja nun im Badezimmer steht, hats im Eingang Platz für die Garderobe gegeben. Allerdings hat die keine Kapazität für all den oben erwähnten Krimskrams.

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Das Jahr, das kommen wird

von Lucio Dalla, deutscher Text von Georg Danzer

Lieber Freund, ich schreib dir
nur, um mich zu zerstreun
nun bist du schon so lange fort
und die Nachricht wird dich freun
denn es geht mir zu lange
die grosse Neuigkeit:
das alte Jahr ist nun vorbei
und das neue lässt sich trotzdem Zeit

() DSC_0058

Das neue Jahr wird kommen
und eine neue Zeit
und ich bereite mich drauf vor
und das ist meine Neuigkeit

Den ganzen Text dieses Liedes habe ich zur Silvesterzeit meines 16. Lebensjahres ins Tagebuch geschrieben. Es ist ein pessimistischer Text. Ich hatte ihn nicht so bedrückend in Erinnerung und wollte eigentlich den ganzen Text hier abbilden. Aber das entspricht – Gottseidank – nicht mehr meiner Grundstimmung.

Was mir aber über all die Jahre geblieben ist, ist meine „Liebe“ für die Tage zwischen den Jahren. Wenn Weihnachten vorbei und Silvester noch nicht da ist. Ich geniesse das Vakuum dieser Tage. Wenigstens ist es bei mir, bei uns so. Nichts, das wir müssen; nichts, das drängt, einfach nur Zeit. Zeit, um zurückzublicken und vorauszuschauen. Oder einfach gar nichts zu tun. Oder nur das, was man möchte. Wozu man das ganze Jahr vielleicht keine Zeit hatte, oder sie sich nicht nehmen wollte.

Es ist untypisch für mich, dass ich in diesen Tagen zwischen den Jahren aktiv, geschweige denn sehr produktiv bin. Dieses Jahr ist es anders. Die vergangenen Tage habe ich endlich wieder einmal den Pinsel in Händen gehabt, keine Auftragsarbeit, nichts für den Laden, einfach nur für mich. Eine schon lange abgelaugte Kommode, die weiss wird; ein alter Bürostuh, ebenfalls weiss, der in mein Arbeitszimmer kommt. Der nicht so alte Ikea-Drehstuhl hat sich geweigert, mich weiterhin zu ertragen.

Fotos habe ich – noch – keine gemacht. Wie meistens bin ich so chribbelig, endlich anzufangen, dass ich die Geduld für Vorher-Fotos nicht hatte. Aber Nachher-Fotos werde ich hier einstellen, bestimmt.

Was mich zu zwei Vorsätzen fürs 2014 bringt:
– wieder öfters Möbel streichen
– Vorher-Fotos machen

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch in Gesellschaft lieber Menschen und ein gesundes und glückliches 2014!

Weihnachtsmorgen

Etwa so verschlafen und unscharf wie die Fotos sind (und wahrscheinlich auch – zumindest die Fotos – falsch belichtet), war ich wohl gestern Morgen noch, als ich in der Stube alleine den Weihnachtsmorgen genossen habe.

DSC_0009Früher waren es die Kinder, die am 25. Dezember früh aufgestanden sind, so früh, dass wir uns im Bett noch einmal umgedreht haben und nach einem Seufzer wieder eingeschlafen sind. Nun sind die Kinder gross (1,93 m der Grösste) und ich bin diejenige, die früh aufsteht und die die Stille des Weihnachtsmorgens bei einer Tasse Tee geniesst.

DSC_0007Zu meinem Genuss gehört dabei nicht, dass ich die Geschenke von Gotte und Götti ausprobiere, mit meinen Geschwistern Rummy oder Monopoly spiele oder heimlich schon Schokolade esse.

Mein Genuss ist es, vom Sofa aus in die noch nicht tiptop sauber aufgeräumte Stube zu schauen und durch die Fenster zu sehen, wie der Morgen immer heller wird. Ich kann meinen Gedanken nachhängen, mich noch einmal an die Freude des Gebens und Nehmens erinnern, die Grosszügigkeit der geschwisterlichen Geschenke und die Gespräche mit den Schwiegereltern, die Heilig Abend jeweils mit uns verbringen. Und ich merke, wie reich beschenkt ich bin, materiell: ein 24-Pack Vanilla Coke, ein Gutschein für meinen Lieblings-Tee-Laden oder ein Buch von Amy Butler mit Schablonen drin zum Kreativsein; und immateriell: ein Gutschein für gemeinsame Zeit mit meiner 18-jährigen Tochter, Zeit auf dem Sofa alleine, Gedanken und Ideen, den erwachenden Tag beobachten und nichts tun müssen.

DSC_0008 DSC_0014 DSC_0011Ich wünsche euch allen, dass ihr die Tage zwischen den Jahren so erleben und geniessen könnt, wie es euch gefällt und wie es euch gut tut. Sei das mit Rummel und Aufregung oder mit Stille und Langsamkeit.