Flieder

Im Artikel „Moodboards“ vom 21. Februar (achherrje, der letzte Blogbeitrag ist wieder *schonsolange* her!) habe ich euch – hoffentlich – auf dieses Möbel im aufgefrischten Zustand gluschtig gemacht:

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Nun ist es also geworden und ist endlich spruchreif, denn es hat „Druckreife“ erlangt.

Für das Schweizer Monats-Magazin active live, Ausgabe vom April 2016 konnten meine Beste, Lady Rosegarden, und ich je ein Möbel mit Chalk Paint™ gestalten und einen Artikel dazu schreiben und bebildern, eine ganz neue Erfahrung.

Wir hatten die Idee zwei identische Möbel mit denselben Farbnuancen aus der Chalk Paint Linie zu gestalten, jede nach ihrer eigenen Vorstellung. In den Workshops sagen wir oft, dass die Möglichkeiten mit Chalk Paint grenzenlos sind und dass jede Möbelstreicherin ihre eigene Kreativität und Technik anwenden kann. Selbst wenn sechs Kursteilnehmerinnen identische Möbel streichen würden, so würde jedes anders aussehen und die Handschrift der Gestalterin tragen. Mit diesen beiden Möbeln (Arbeitsbezeichnung „Zwillingsmöbel“) wollten wir das zeigen. Und so sind die beiden „herausgekommen“ und von uns fürs Foto gestylt worden:

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 Im Artikel sieht es so aus (bitte entschuldigt die etwas blasse Qualität, Scannen ist nicht gerade die Stärke meiner IT-Anlage *schmunzel*):

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Es war eine tolle, wenn auch herausfordernde Erfahrung, diesen Zeitschriftenartikel zu „machen“. Auch wenn vordergründig alles Notwendige zum kreativen Berufsalltag gehört: Möbel streichen, erklären, wie man beim Möbel streichen vorgeht, schreiben… Das alles so zu machen, dass es journalistischen Ansprüchen genügt, war was ganz Neues für mich. Das Schreiben zum Beispiel: hier im Blog kann ich schreiben, wie mir der Schnabel gewachsen ist, oder die Finger über die Tastatur tanzen wollen (ja, ich kann *10-Finger*), hier kann ich von mir schreiben und ich im Text verwenden, soviel ich will, ich kann wir und du oder auch euch schreiben und sogar etwas in „-“ setzen, ein Emoticon einsetzen, oder…  und ich habe keine Mindest- oder Maximum-Zeichen-Anzahl! Ich kann also Schluss machen, wann ich will und mich persönlich verabschieden:

Herzlich Heidigruess

P.S. Das Magazin active live ist sehr vielseitig und abwechslungsreich und beschäftigt sich im April nicht „bloss“ mit Shabby Chic, es enthält unter anderem Artikel zu den Themen Musik, Gesundheit und Camping, ausserdem zahlreiche Ratgeber zu unterschiedlichsten Themen und Vorschläge für kulturelle Anlässe. Schaut doch mal rein!

 

Moodboards

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Die Farben aus der Chalk Paint™ Farbpalette lassen sich problemlos und einfach mischen, die Möglichkeiten sind grenzenlos. Nach meiner Erfahrung sind gemischte Farben etwas „dicker“ als die Ausgangsfarben, du kannst gut etwas Wasser dazugeben, um die Konsistenz geschmeidig zu behalten.

Das Möbel, das ich anschliessend gestrichen habe, sah „davor“ so aus:

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Das „Nachher“ werde ich euch noch etwas vorenhalten; ich bin noch nicht ganz fertig und das Möbel hat einen besonderen Auftritt vor sich, den ich euch gerne enthüllen werde, wenn es soweit ist. Etwas kann ich aber schon verraten: thematisch habe ich mich für die Farben „Flieder-Frühling“ entschieden.

Hast du auch schon mit den Farben, Nuancen von Chalk Paint™ gespielt und experimentiert? Welche Farbe, welche Mischfarbe gefällt dir am besten?

Herzlich Heidigruess

Schnell. Schön. Schneeweiss.

Schneeweiss ist es ja nicht mancherorten. Mir macht’s nichts aus, dass wir hier in den meteorologischen „Niederungen“ nicht mit der weissen Pracht bedacht wurden. Bisher. Ein bisschen Raureif an den Bäumen und eine triefende Nase reichen für meinen Traumwinter bereits aus.

WinterWonderLand(So, nun habe ich einen Anschluss an den Titel und eine nette Einleitung zum Artikel gefunden… aber wie geht’s weiter, wo ich doch das Thema „Neujahrsvorsätze“ um jeden Preis umgehen will…?)

Vor zwei Jahren habe ich berichtet, wie sehr ich die Tage zwischen den Jahren mag, das Nichts-tun-Müssen einfach nur geniessen kann und diese Tage der Langsamkeit überlasse. Nicht so vergangene Woche. Vielleicht lag es am fehlenden Schnee, der schon die Adventsstimmung hinausgezögert hatte und die „richtige“ Weihnachtsstimmung erst gar nicht aufkommen liess. Ich war zwar nicht gestresst oder überbeschäftigt, aber der Reiz, die heimliche Magie der Tage fehlte. Auf der guten Seite lässt sich dazu festhalten, dass ich so gar nicht dazu gekommen bin, mir wegen fehlender Neujahrsvorsätze ein schlechtes Gewissen zu konstruieren.

Stattdessen habe ich ein bisschen aufgeräumt, eine Strickarbeit angefangen, war mit der nunmehr erwachsenen Tochter shoppen und habe gewerkelt. Schon seit ein paar Monaten wollte ich den grossen Schrank in der Stube etwas aufpimpen, streichen darf ich ihn nicht, da wehrt sich Herr indiid mit Händen und Füssen: er hatte ihn vor ein paar Jahren zeitaufwändig und mühsam vom alten, ochsenblutroten Anstrich befreit und die bare Holzschönheit freigelaugt, -gewaschen und -gerubbelt.

Schrank vorherDie Notenblätter-Kränze hat mir vergangenes Jahr Daniela von schön und einfach gerollt und arrangiert, sie sind noch so schön und dekorativ wie am ersten Tag!

Die Idee der schnellen Verschönerung für den Schrank kam mir schon vor einigen Monaten, und es ging auch wirklich ganz schnell, man darf sich also fragen, warum es so lange gedauert hat, bis ich an die „Arbeit“ ging.

Die benötigten Materialien sind:
– ein Schrank
– etwas Farbe nach Wahl, am besten natürlich Chalk Paint™
– eine hübsche Schablone nach Wahl
– Frog Tape oder Isolierband
– ein kleiner Farbroller
– ein Restenbrettli, ein stabiler Karton oder ein dickes Papier

MaterialienSeht ihr, wie geschunden und vernarbt unser Parkettboden ist? Die ersten Schrammen haben uns vor 20 Jahren noch fast körperlich weh getan. Heute finde ich gerade diese Lebensspuren interessant und möchte den Boden tatsächlich nicht abschleifen, vielleicht einfach irgendwann einmal weiss lasieren, sodass die Spuren sichtbar bleiben.

Ich hatte überlegt, ob ich weiss oder grün nehmen sollte. Die Entscheidung fiel zugunsten von weiss aus, weil es halt doch flexibler ist, wenn es ums Dekorieren und Ergänzen mit anderen Farben geht. Aber wie ihr auf dem Foto oben unschwer erkennen könnt, ist grün meine Lieblingsfarbe.

Die Schablone habe ich auf der ersten Türeinlage einfach nach Augenmass befestigt, mit der Handbreite und den Fingern abgemessen, ob sie etwa in der Mitte und gerade hängt. Bei den anderen Türen-Rechtecken habe ich dann nachgemessen und die Wasserwaage eingesetzt.

Farbrolle

Schablone nah

Mit Schablonen und Farbroller arbeite ich gerne, weil es schnell geht. Den Roller tauche ich nur wenig in die Farbe ein, rolle dann auf dem Brett die (überschüssige) Farbe ab und verteile sie so gleichmässig auf die ganze Rolle. Wichtig ist beim Schablonieren, wie gesagt, dass man die Farbe nur sparsam aufträgt, damit sie nicht unter die Schablone läuft.

Und dann, schnelle 40 Minuten später:

Schrank nachher
Herr indiid war tatsächlich erleichtert, dass ich das gute Stück nicht gestrichen habe! Begeistert ist er von der „Verschönerung“ allerdings nicht: es erinnert ihn an Bauernmalerei, wie sie vor 30, 40 Jahren so populär war. Ich hingegen mag den etwas „folkigen“ Look. Gleichzeitig aber gefällt mir die Leichtigkeit und das Grazile des gewählten Motivs.

Herzlich Heidigrues – und es guets und bunts 2016!

Herbstfarben

Der Herbst zeigt sich von seiner herrlichsten bunten Seite! Und für Thurgauer Verhältnisse sehr nebelarm, was mir ausserordentlich gut tut. Bestimmt mag ich den Herbst wegen der Farbenfülle, dem Reichtum aus dem Garten (auch wenn’s nicht mein eigener ist) und den länger werdenden, sprich sofa-kuscheligen, Abenden. Weil die Farben dennoch oft in der Nebelsuppe verschwinden oder gedämpft werden, habe ich mir den Herbst in die gute Stube geholt!

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Ich mag Kränze unheimlich gerne, aber ich bin nicht sehr geschickt im „Kranzen“. Also habe ich mir Hilfe geholt: Chalk Paint™, die Schablone Oak Leaves von Annie Sloan und ein fast quadratisches Pappelholzbrett (Abschnitte findet man in der Abteilung Holzzuschnitt in Baumärkten). Das Kranzbild und den Stuhl habe ich mit den gleichen Farbtönen gestaltet: French Linen für den Untergrund, Barcelona Orange, Arles und Burgundy für das Blättermotiv.

Auf die Idee den Stuhl mit der Oak Leaves Schablone zu verzieren hat mich die Natur gebracht:

Stuhl_vorher
Man sieht dem guten Stück die Spuren der Zeit an, die Sitzfläche musste ich noch ein bisschen anleimen. Ich empfehle ein Stück zu wählen, das „gebrauchstauglich“ ist. Wenn es vor dem Streichen nämlich noch ausgebessert werden muss, ist die Chance gross, dass man gar nicht erst damit anfängt, nicht mit dem Reparieren und schon gar nicht mit dem Streichen. In Brockenhäusern und auf Flohmärkten findet man immer wieder Möbel, die gut im Schuss sind.

Stuhl_Werkstatt

Beine_oben
Bei Stühlen und auch kleinen Tischen beginne ich immer unten, hole mir das „Unten“ aber rauf: das Stück umgekehrt auf die Arbeitsplatte in ergonomischer Höhe stellen. Gerade bei gedrechselten Beinen bin ich so sicher, dass ich alle Rundungen und Kurven mit Farbe decke. Anschliessend drehe ich den Stuhl um und kann direkt weiterstreichen.

Sitz_streichen
Chalk Paint trocknet relativ schnell, je nach Umgebungstemperatur in ca. einer halben Stunde. Dennoch empfehle ich die Möbel über Nacht trocknen zu lassen und erst am nächsten Tag zu wachsen.

Stuhl_ungewachst
Wachs kann man mit einem speziellen Wachspinsel, einem fusselfreien Lappen oder einem Schwamm auftragen. Mir liegt das Arbeiten mit dem Schwamm am besten: nicht zu viel Wachs auf den Schwamm aufnehmen und sorgfältig auftragen, leicht einreiben. Das frische Wachs macht manche Farbtöne etwas dunkler; wenn das Wachs aushärtet, werden sie wieder heller.

Wachsschwamm

Unterschied_Wachsen
Überschüssiges Wachs sollte man unbedingt mit einem Tuch wegwischen, da es sonst weiss wird und den Anstrich wolkig erscheinen lässt, wenn es aushärtet (Aushärtezeit zwischen 5 – 21 Tage).

Für den Kranz habe ich dieselbe Schablone verwendet und ebenso French Linen für den Untergrund. Stencil

Vorlage_Kranz

Den Kreis als Führungslinie habe ich mit Kreide gezeichnet.  Übrigens kannst du jeden Farbton aus der Chalk Paint Palette als Untergrund für eine „Wandtafel“ einsetzen: einfach im Farbton deiner Wahl streichen (3 Anstriche, zwischendrin gut trocknen lassen), mit einem feuchten Tuch abreiben und als Wandtafel einsetzen – NICHT wachsen!

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Das Motiv habe ich mit Schablonierpinseln aufgetragen: dazu einfach etwas Farbe auf Kartonabschnitte bringen, mit den Pinseln abwechselnd aufnehmen, überschüssige Farbe auf einem Lappen abtupfen und sorgfältig auftragen. Ich „stupfe“ nicht, sondern trage die Farbe in kreisenden Bewegungen auf und hebe den Pinsel möglichst wenig von der Oberfläche ab. Die Schablone habe ich mit etwas Isolierband befestigt, man kann aber auch Schablonen-Sprühkleber verwenden. Weil ich die Schablone beidseitig eingesetzt habe, war das keine Option. Nach dem Schablonieren die Schablone schnell reinigen, mit reichlich Wasser und wenn nötig etwas Seife, denn Chalk Paint haftet auf praktisch allen Untergründen, auch auf dem Schablonenmaterial. Beim Reinigen aufpassen, dass man feine Motivstücke nicht umknickt. Ich lege die Schablonen jeweils flach ins Waschbecken und reibe mit einem Schwamm oder einer kleinen Handbürste vorsichtig drüber.

3_Farben
Es braucht ein bisschen Übung, Geduld und Fingerspitzengefühl wenn man ein Schablonenmotiv im Kreis auftragen will. Da die Schablone oft abgehoben und wieder neu aufgesetzt wird, muss man darauf achten, die Farbe nicht zu verschmieren, wenn die Schablone neu aufgelegt wird. Weil die Farbe  sehr dünn aufgetragen wird, trocknet sie schnell und man hat keine langen Pausen.

Kranz_Kreide
Den Hilfskreis aus Kreide kann man, wenn das Motiv ganz aufgetragen und trocken ist, einfach mit einem Pinsel oder einer kleinen Bürste auswischen.

Kranz_Tür
Anschliessend wachsen und mit einer Aufhängung versehen und aufhängen oder als Stellbild einsetzen.

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Wie habt ihr den Herbst ins Haus geholt? Gibt es eine Lieblingsdeko für die Jahreszeit oder ein speziell gutes Herbstrezept? Lasst es mich bitte wissen!

Herzlich Heidigruess

Darf man auch mal stänkern?

Shabby Chic ist ja sowas von im Trend! In jedem Einrichtungshaus – und damit meine ich die richtig grossen wie (in der Schweiz) Möbel Pfister, Hubacher, Märki und wie sie alle heissen – preisen sie fabrikgefertigte weisse MDF-Möbel an und Deko-Schnick-Schnack in weiss, grau und neutralen Farben. Zerknitterte Kissenhüllen mit einem Aufdruck im Stil von „Les Savons de Plumifeux“ und Laternen in allen Grössen, von denen die Farbe abblättert. Streng karierte Küchentüechli und Servietten mit Röseli und Spitzen. Fabrikneu und massenproduziert.

Kommode Nelson PfisterNachtkästchen indiidIst das wirklich Shabby Chic? Ich kann es nicht mehr hören, dieses Wort, diesen Begriff! Rachel Ashwell, die Queen des Shabby Chic hat genau diesen Begriff als Markenzeichen eintragen lassen – und hat damit, streng genommen, ihr eigenes Konzept verraten (und das nicht im Sinne von ‚offenbaren‘ sondern von ‚abtrünnig werden‘).

by vintageprettypearl_blogspot_chShabby Chic (wörtlich: schäbiger Schick) ist ein Einrichtungsstil mit einer eklektizistischen Mischung aus Erbstücken, Flohmarkt-Schnäppchen und Selbstgemachtem, der Farben im Bereich von Pastell- und hellen Naturtönen sowie Gebrauchsspuren als Teil des ästhetischen Konzepts begreift. Einrichtungsgegenstände in diesem nostalgischen Stil werden neuerdings auch von spezialisierten Gewerbebetrieben gefertigt und in Einrichtungsmagazinen beworben.

Der Stil entstand in den 1980er Jahren in Großbritannien in Anlehnung an die Einrichtung großer, alter Landsitze der Gentry und war ursprünglich eine nichtkommerzielle Gegenbewegung zu der Neigung der oberen Mittelklasse, sich kostspielige Innenaustattungen im viktorianischen Stil anzuschaffen.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Shabby_Chic)

by countrystylechic_blogspot_chWas ist aus der ‚ursprünglich nicht kommerziellen Gegenbewegung‘ geworden? Und bin ich schon Teil dieser abtrünnigen, kommerziellen Produzenten (spezialisierte Gewerbebetriebe klingt ja noch sehr nett)? Wo ist das eklektizistische aus der Mischung hin? Und wo das Selbstgemachte?

Mir gefällt der klassische Shabby Chic, auch wenn ich persönlich nicht in weiss, pastell und neutralen Farben einrichte. Ich bewundere jede, die das Konzept durchzieht und als Accessoires vor allem Flohmarkt- und Brocante-Funde einsetzt. Natürlich darf es auch mal das eine oder andere „neue“ Stück dabei haben, z.B. hübsche Glaswindlichter oder gut verschliessbare Vorratsdosen. Aber wenn Shabby Chic dazu verkommt, dass die Einrichtung aus weissen Möbeln, vorwiegend aus dem Möbelhaus, besteht und aus Deko und Accessoires im Shabby-Stil „made in India, China, irgendwo“, dann ärgert mich das. Und es ärgert mich, dass Möbelhausketten oder auch andere internationale Grossunternehmen den kleinen, regionalen, kreativen Kleinstunternehmen, die sich mit viel Engagement und Herzblut dem Selbstgemachten im Shabby Chic widmen, mit ihren billigen, massenproduzierten Pseudo-Vintage-Produkten die Kunden abspenstig machen. Ich kann nicht verstehen, warum sich bekennende Shabby Chic-Liebhaberinnen im Möbelhaus ein klinisch weisses, leichtgebautes Schminktischchen kaufen, wenn es im Brocki ein stabil gebautes, sogar massivholziges zum Selber-Anstreichen zu erstöbern gibt.

princessgreeneye.blogspot.chDenn darin steckt doch der Spass: im Stöbern, Suchen, Finden; im Glücklich-nach-Hause-Tragen und mit Begeisterung und Elan anstreichen. Wenn es denn sein muss in Old White oder Paris Grey. Oder warum nicht mal in Duck Egg Blue oder ganz gewagt in Barcelona Orange?

turnstyle vogueFotoquellen von oben nach unten:
– Online-Möbelkatalog von Möbel Pfister
– eigenes Foto, indiid
– Buchcover gefunden bei vintageprettypearl.blogspot.ch
– eklektizistischer Mix gefunden bei countrystylechic.blogspot.ch
– princessegreeneye.blogspot.ch
– turnstylevogue.com

 

 

Fast fertig!

Herr indiid beklagt sich ja regelmässig, dass in unserer Stube zu viele Stühle stehen. Acht. Mindestens drei zu viel, meint er. Einer davon soll, wenn der Frühling dann so richtig hier ist, auf den Sitzplatz verbannt werden.

Ein anderer hat vor einigen Monaten so ausgesehen:

IMG_0003Vor ein paar Wochen so:

DSC_0016Ihr erinnert euch vielleicht, denn ich habe euch gefragt, wie ich ihn beziehen soll. Nun, erstens kommt es anders. Und zweitens, als man denkt. Denn ich habe schliesslich keine der vorgestellten Varianten gewählt, sondern einen anderen Stoff gefunden und gekauft. Vor einer Woche war ich nun im Atelier des hiesigen Polsterers und durfte sein Werkzeug benützen und auf seinen Rat und seine tatkräftige Unterstützung zählen und habe den zierlichen Sessel (Sitzhöhe ca. 40 cm, Höhe der Rückenlehne ca. 87 cm) neu bezogen.

DSC_0011 DSC_0014 DSC_0015 DSC_0013 DSC_0012 DSC_0010 DSC_0016Ganz fertig ist er nicht. Eine Abschlussborte, ein Doppelkeder, fehlt noch. Deshalb müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden, bis ich den Schönen in seiner ganzen Grösse zeige.

Während ich beim Polsterer war und wir zusammen Kaffee getrunken haben, hat er mir das Fotoalbum einer seiner Arbeiten gezeigt. Vor kurzem hat er ein antikes Hirschsofa vom Grundgerüst auf originalgetreu gepolstert und bezogen: neue Gurten und Federn gesetzt, mit Rosshaar gepolstert und mit Jute und Baumwolle gespannt und eingenäht. So ganz kurz und laienhaft nacherzählt. Aber wow! Was für eine Arbeit! Bei so etwas würde ich gerne mal mithelfen! Alleine das Neu-Beziehen des kleinen Sessels hat richtig Spass gemacht und am liebsten hätte ich am nächsten Tag gleich noch einen eingekleidet! Aber ich denke, Herr indiid ist ganz glücklich, dass ich keinen weiteren zum Beziehen und In-die-Stube-Stellen habe.

Heidigruess

Ideen, Ideen, Ideen

Diesen Sessel habe ich vor einigen Monaten günstig bei ricardo ersteigert. Mit Freude habe ich ihn abgeholt und schon bald einmal ausgezogen. (Und natürlich kein Vorher-Foto gemacht, ‚tschuldigung).

DSC_0015Dann ist der Sessel lange in der Garage gestanden, wurde von der Katze besucht und hat im allgemeinen Ein- und Aus- und Umräumen ein paar Mal den (Abstell-)Platz gewechselt.

Meine erste Idee für den Sessel war, ihn einfach nur zu entkleiden und dann so zu besitzen/be-sitzen. Die Inspiration dazu fand ich bei Nina Hartmann, vintagebynina.com, in ihrem gleichnamigen Buch.

DSC_0007DSC_0008 DSC_0009Weil aber die Rückenansicht nicht einfach beige ist, sondern ein farbiges Vlieslin, habe ich die Idee wieder fallen lassen. Und auch, weil es zwar gut aussieht, aber irgendwie doch auch zu shabby. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob die dünne Moulure der Belastung des Be-sitzens lange standhalten würde.

DSC_0020Also doch den Sessel neu beziehen und dafür einen einfachen, beige- oder crèmefarbenen, etwas festeren Baumwollstoff wählen? Oder Leinen?

Dann kam die Idee mit den alten Mehlsäcken, gesehen bei Miss Mustard Seed und auf unzähligen anderen Fotos auf den einschlägigen Internetseiten.

grain sack chairZu meinem Glück habe ich Anfang Dezember bei der Brocki-Tour mit M drei antike Mehlsäcke gefunden, die Idee könnte als Realität werden.

IMG_2769Wären da nicht Sarah Moore und ihr Buch Vintage Home mit diesem wunderschön bunten Titelbild mit ebendiesem grünen Sessel mit Blumenmuster (ohne besticktes Rosenkissen, bitte!).

DSC_0003DSC_0004So, genau so am liebsten, sollte der Sessel bezogen werden. In Stoffläden, Brockenhäusern und online bin ich also auf der Suche nach einem grünen Stoff mit Blumenmuster. Erfolglos, bisher. Schliesslich brauche ich mindestens zwei Meter, bei einer Stoffbreite von 1,50 m und das findet sich im Bereich Vintage Stoffe nicht so einfach. Schon gar nicht in der Schweiz.

Mustermässig habe ich zwei valable Alternativen gefunden. Aber von der Qualität her sind sie als Bezugsstoffe zu dünn.

DSC_0018 DSC_0019Da fällt mein Blick auf einen solchen oder ähnlichen wunderschönen Sessel

tartan-chair-3541347273685und ich denke mir, dass ich meinen ja mit einem tartanähnlichen Stoff beziehen könnte. Zum Beispiel gleich mit meiner neuen Sofadecke!

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DSC_0017Aber dann wäre mein neuer Sessel stylingmässig nur ein Wintersessel. Denn bei aller Liebe zum Tartan-Muster und dem Land seiner Herkunft: ein wollähnlicher Bezug würde mir für die Sommermonate nicht gefallen.

Oder ich mache es mir ganz einfach. Hole den Sessel, so wie er jetz eben grad ist, aus der Garage (ja, die Bilder verratens: das habe ich schon gemacht) und schmeisse einfach ein Schaffell drauf, resp. ich drapiere ein Schaffell auf den Sessel. Bis der Frühling da ist, könnte das ja passen.

DSC_0016Und nun, meine Lieben, seid ihr dran! Welchen Weg soll ich – eurer Meinung nach** – mit dem Sessel einschlagen? Rough Shabby wie Nina? Oder buntes Vintage wie Sarah? Klassisch schlicht wie Marian…? Ich freue mich auf eure Gedanken! Vielleicht sogar ganz neue, die hier noch nicht erwähnt sind?!

** Weil ich mich ja kenne, gebe ich keine Garantie, dass ich am Ende dann mit dem Sessel nicht doch mache, was mir passt.

Heidigruess