Weihnachtsmorgen

Etwa so verschlafen und unscharf wie die Fotos sind (und wahrscheinlich auch – zumindest die Fotos – falsch belichtet), war ich wohl gestern Morgen noch, als ich in der Stube alleine den Weihnachtsmorgen genossen habe.

DSC_0009Früher waren es die Kinder, die am 25. Dezember früh aufgestanden sind, so früh, dass wir uns im Bett noch einmal umgedreht haben und nach einem Seufzer wieder eingeschlafen sind. Nun sind die Kinder gross (1,93 m der Grösste) und ich bin diejenige, die früh aufsteht und die die Stille des Weihnachtsmorgens bei einer Tasse Tee geniesst.

DSC_0007Zu meinem Genuss gehört dabei nicht, dass ich die Geschenke von Gotte und Götti ausprobiere, mit meinen Geschwistern Rummy oder Monopoly spiele oder heimlich schon Schokolade esse.

Mein Genuss ist es, vom Sofa aus in die noch nicht tiptop sauber aufgeräumte Stube zu schauen und durch die Fenster zu sehen, wie der Morgen immer heller wird. Ich kann meinen Gedanken nachhängen, mich noch einmal an die Freude des Gebens und Nehmens erinnern, die Grosszügigkeit der geschwisterlichen Geschenke und die Gespräche mit den Schwiegereltern, die Heilig Abend jeweils mit uns verbringen. Und ich merke, wie reich beschenkt ich bin, materiell: ein 24-Pack Vanilla Coke, ein Gutschein für meinen Lieblings-Tee-Laden oder ein Buch von Amy Butler mit Schablonen drin zum Kreativsein; und immateriell: ein Gutschein für gemeinsame Zeit mit meiner 18-jährigen Tochter, Zeit auf dem Sofa alleine, Gedanken und Ideen, den erwachenden Tag beobachten und nichts tun müssen.

DSC_0008 DSC_0014 DSC_0011Ich wünsche euch allen, dass ihr die Tage zwischen den Jahren so erleben und geniessen könnt, wie es euch gefällt und wie es euch gut tut. Sei das mit Rummel und Aufregung oder mit Stille und Langsamkeit.

Dankbarkeit

DSC_0009Dankbarkeit ist ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird. Man kann dem Göttlichen, den Menschen, oder sogar dem Sein gegenüber dankbar sein, oder allen zugleich.[1] Geschichtlich gesehen, stand und steht die Erfahrung der Dankbarkeit im Blickpunkt einiger Weltreligionen[2], und sie wurde intensiv diskutiert von Moralphilosophen wie etwa Adam Smith in seiner Theorie der ethischen Gefühle (1759). Das systematische Studium der Dankbarkeit begann innerhalb der Psychologie erst um das Jahr 2000, vielleicht weil sich die Psychologie traditionell eher mit dem Verständnis negativer als mit dem positiver Emotionen befasst. Aber seit der Entstehung der positiven Psychologie[3] befindet sich Dankbarkeit im Mainstream psychologischer Forschung. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dankbarkeit)

Eine ziemlich trockene Formulierung, was?! Beim zweiten Mal Lesen ist mir aufgefallen, dass mir das positive Gefühl bedeutend leichter fällt, als die Haltung der Dankbarkeit. Es ist auch bedeutend einfacher für etwas dankbar zu sein, das ich erhalten habe, als für etwas, das ich – vielleicht – erhalten werde. Dann frage ich mich auch, ob „Danke sagen“ überhaupt gleichwertig ist mit der Dankbarkeit. Oder ob das weder Gefühl, noch Haltung, sondern nur Worte sind?

Was ich weiss: heute hat mich dieses Gefühl der Dankbarkeit begleitet. Ich sage Danke:
– allen, die vergangene Woche bei indiid reingeschaut, eingekauft, einen Tee getrunken und mich damit ermutigt haben
– für die gut 70 Franken, die so zusammen gekommen sind und auf die Philippinen weitergehen, um dort den Menschen nach dem Hurrikan zu helfen und Mut zu machen
– der jungen Frau, die mir gestern nach dem Gottesdienst, einfach so!, ein Joyce Special zum Thema „Dankeschön!“ geschenkt und mir eine Widmung reingeschrieben hat; Regula, es hat mich inspiriert!
– dem Herrn indiid, der mich nach besten Kräften unterstützt; hat er doch am Samstag ein grosses, schweres Buffet, das ich ersteigert habe, abgeholt (es liesse sich hier eine ganze Liste weiterer praktischer Hilfestellungen anhängen)
– Chrige und Debora, meinen beiden Wegbegleiterinnen und Wegbereiterinnen, die sich selber wahrscheinlich gar nicht als Letzteres sehen
– Gaby, Lady 26 Rose Garden, die eine Inspiration und ein Geschenk ist

DSC_0021Danke!

Ein Päckli! Fotogeschichte

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Heute habe ich ein Päckli bekommen. Ist es nicht auf den ersten Blick schon ganz besonders!? Was so ganz herrlich wie ein schönes Geschenk aussieht, ist zwar nicht wirklich eines (ich habe mir die Herrlichkeiten bestellt), aber weil alles so liebevoll eingepackt und auch ein bisschen schnörkelig beigepackt war, ist es genau so herzlich angenommen worden (von mir) wie ein Geschenk! Ja, sogar eine Rechnung ist einfacher zu bezahlen, wenn sie in einem so hübschen Couvert eintrifft wie da eben!

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Also rasch weiter ausgepackt und dran gefreut!

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Meine ersten beiden Rollen Washi-Tape – oder wie die Baumhausfee sagt: Klebis – und zwei herzige Bündli Etiketten.

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Doch das wirklich ganz besondere, das eigentlich bestellte und erwartete ist im Körbchen. Die Etikette verrät es schon:

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Genau: ein indiid Stempel! So kann ich jetzt den Vintage- und Shabby-Möbeln, den Holzschildern und anderen Kreationen im wahrsten Sinne des Wortes meinen Stempel aufdrücken!

Es war wirklich ganz herrlich dieses Päckli zu bekommen und aufzumachen, auszupacken, weil die liebe Baumhausfee ein paar kleine Kleinigkeiten eingepackt hat, die ich nicht bestellt habe und die einfach das Päckli schön gemacht haben!

Australien liegt auf der anderen Seite der Welt – einfach ein paar Gedanken

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Und ich bin hier. An meinem Platz. Den ich mir ausgesucht habe. Auch wenn nicht immer ganz freiwillig. Oder bewusst.

Vor ein paar Tagen habe ich meinen Geburtstag gefeiert. Keinen runden. Keinen geraden. Keinen besonderen. Und doch ist seit ein paar Jahren jeder Geburtstag besonders. Durch die lieben Menschen, die an mich denken, die mich an diesem speziellen Tag besuchen und einfach Zeit mit mir verbringen. Jeden Geburtstagabend gehe ich glücklich und zufrieden ins Bett, obwohl die Zahlen immer grösser und bedrohlicher werden. Aber das ist interessanterweise gerade am Geburtstag nicht das wichtigste.

Werde ich „gäbig“ alt? Nein, ich mag nicht alt werden. Setze mich nicht gerne mit meiner eigenen Vergänglichkeit auseinander. Aber immer wieder bin ich auch mit mir und meinem Leben versöhnt, im Reinen, im Einklang. Und das tut gut. Denn für gewöhnlich bin ich eher der pessimistische Typ; mein Glas ist meistens halb leer, nicht halb voll. Obwohl, sogar das scheint sich mit den fortschreitenden Jahren zu verändern.

Eine liebe Freundin hat mir auf die Eröffnung von indiid geschrieben: „Ich finde das Leben über 40 ausserordentlich spannend und reich“. Recht hat sie! Und dabei wird mir bewusst, wie wenig ich im „Damals“ gelebt habe, als ich noch halb so alt war – oder nur 3/4 davon. Ja, wenn ich auf die vergangenen zwanzig Jahre zurückblicke, dann erkenne ich, wie ich mich damals leben liess anstatt zu leben. Wie ich mich leben liess von den Erwartungen anderer. Oder, schlimmer noch, von den Erwartungen, wie ich meinte, dass andere sie an mich haben.

Nun gehöre ich zu den 40+ und bin so ganz bei mir. Jetzt habe ich auch die Kraft und die Möglichkeiten meine Träume zu verwirklichen. indiid ist so ein Wirklichkeit gewordener Traum. indiid (vom englischen indeed, also tatsächlich oder in der Tat oder na sowas!) steht für mich darum in erster Linie dafür, nicht nur zu wünschen und zu träumen „ach, wäre doch…? – ach könnte ich… ! – ach, hätte ich…!“, sondern Schritte zu tun, vorwärts zu gehen, aktiv zu werden und auch etwas zu wagen – eben in die Tag umzusetzen. Ohne Garantie, dass es ohne Verluste gelingen wird. Ohne Gewissheit, dass ich das Richtige tue. Ohne Netzt und doppelten Boden.

Mit der Eröffnung von indiid habe ich einen Meilenstein erreicht, einen Traum wahrgemacht. Habe ich deshalb keine Träume mehr? „Wer sich keine Zeit nimmt zu träumen, verschenkt die Möglichkeit zu fliegen.“ Diesen Satz habe ich ebenfalls zur Eröffnung von indiid erhalten. Ich möchte weiterhin fliegen können, deshalb werde ich weiterhin träumen! Das Leben hält noch viel bereit, auch jenseits der 40 – also, eigentlich  diesseits der 40!

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So also habe ich mit 40 ausgesehen. Vielleicht bin ich doch nicht ganz mit meinem Alter versöhnt, wenn ich hier kein aktuelles Foto zeige…? Aber ich mag dieses Bild, und ich mag den Ort, an dem es aufgenommen wurde. Ich erinnere mich gerne an jenen Tag, den Ort, den Spaziergang und die Personen, mit denen ich unterwegs war. Auch Erinnerungen machen ein Leben diesseits der 40 reich. Aber das wäre vermutlich Stoff für einen weiteren Beitrag.

Was das nun alles mit Australien zu tun hat? Nichts. Auch keine Träume von Reisen nach Down Under.

Schönheit ist vergänglich – Fading Beauty

(article in English a little further down)

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Gestern morgen habe ich dieses Bild gemacht. Von der ersten Mohnblüte, die überhaupt in meinem Garten blüht. Ich hatte die Jahre voher nie Mohn im Garten. Letztes Jahr dann habe ich ein paar Kapseln von M erhalten und die kleinen Samen im Herbst vor dem Küchenfenster auf die Erde gestreut. Und das ist auch etwa alles, was an Gärtnertalenten in mir schlummert. Aber der Garten ist nachsichtig mit mir und schenkt mir jedes Jahr auf neue – und wirklich ohne mein Zutun – vergängliche Schönheit. Es scheint mir, dass das mit der Vergänglichkeit auf den Mohn ganz besonders zutrifft. So wie auch das mit der Schönheit. Gestern früh also sah die Blüt noch so aus:

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Am Abend dann hatte sie bereits eines der hauchzarten Blütenblätter verloren. Über Nacht hat ihr dann wohl der Sturm zugesetzt.

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Fünf oder sechs neue Blüten haben sich heute bereits wieder aufgetan und erfreuen mich wenn ich aus dem Küchenfenster schaue. Dass sie nur so kurze Zeit blühen, macht sie für mich umso schöner.

Von den beiden Möbel-Projekten kann ich keine neuen Bilder zeigen. Ich habe gestern an beiden weitergearbeitet, aber fertig sind sie nicht geworden. Aber ich kann ja verraten, wie sie aussehen werden: Der Stuhl hat nun nicht nur weisse Füsse, sondern auch noch einen weissen Abschluss, dazwischen strahlend Louis Blue. Der kleine Frisiertisch hat noch ein paar French Linen-farbene Akzente an den vorderen Beinen erhalten – und wird dann wohl noch ein bisschen angeschliffen, wie B vorgeschlagen hat. Ob ich morgen daran weitermachen kann, ist unsicher. Das Wetter soll zwar wieder gut werden, aber ich bin wohl in Sachen Familie unterwegs. Was ich auch geniessen werde.

Early yesterday morning I took the photograph of the gorgeous Poppy blossom. The first ever to be in bloom in my garden. I must admit, I’m not a gardener at all. Every year the garden just gifts me with plenty of beauty and grace without me doing much about it. Same for the Poppies. I received a few poppy pods from M and simply dusted the seeds on the earth beneath the kitchen window. And this was about it, no special care or attention from my side. And then yesterday morning I was gifted with the first poppy bloom. Beautiful. And fading fast. In the evening she had lost the first petal. And the heavy wind during night made her fade away altogether. I think no other bloom is as beautiful and volatile as the Poppy. I’m thankful that there are plenty more to be cherished in their short lifes.

There’s no new photograph to show of the two furniture projects. I worked some more on them yesterday afternoon. The chair recieved an Old White top and the dressing table got a few of the details of the front legs highlighted in French Linen. I don’t think I will work on them tomorrow. Tomorrow afternoon is going to be all family, which I’m looking forward to!