Schnell. Schön. Schneeweiss.

Schneeweiss ist es ja nicht mancherorten. Mir macht’s nichts aus, dass wir hier in den meteorologischen „Niederungen“ nicht mit der weissen Pracht bedacht wurden. Bisher. Ein bisschen Raureif an den Bäumen und eine triefende Nase reichen für meinen Traumwinter bereits aus.

WinterWonderLand(So, nun habe ich einen Anschluss an den Titel und eine nette Einleitung zum Artikel gefunden… aber wie geht’s weiter, wo ich doch das Thema „Neujahrsvorsätze“ um jeden Preis umgehen will…?)

Vor zwei Jahren habe ich berichtet, wie sehr ich die Tage zwischen den Jahren mag, das Nichts-tun-Müssen einfach nur geniessen kann und diese Tage der Langsamkeit überlasse. Nicht so vergangene Woche. Vielleicht lag es am fehlenden Schnee, der schon die Adventsstimmung hinausgezögert hatte und die „richtige“ Weihnachtsstimmung erst gar nicht aufkommen liess. Ich war zwar nicht gestresst oder überbeschäftigt, aber der Reiz, die heimliche Magie der Tage fehlte. Auf der guten Seite lässt sich dazu festhalten, dass ich so gar nicht dazu gekommen bin, mir wegen fehlender Neujahrsvorsätze ein schlechtes Gewissen zu konstruieren.

Stattdessen habe ich ein bisschen aufgeräumt, eine Strickarbeit angefangen, war mit der nunmehr erwachsenen Tochter shoppen und habe gewerkelt. Schon seit ein paar Monaten wollte ich den grossen Schrank in der Stube etwas aufpimpen, streichen darf ich ihn nicht, da wehrt sich Herr indiid mit Händen und Füssen: er hatte ihn vor ein paar Jahren zeitaufwändig und mühsam vom alten, ochsenblutroten Anstrich befreit und die bare Holzschönheit freigelaugt, -gewaschen und -gerubbelt.

Schrank vorherDie Notenblätter-Kränze hat mir vergangenes Jahr Daniela von schön und einfach gerollt und arrangiert, sie sind noch so schön und dekorativ wie am ersten Tag!

Die Idee der schnellen Verschönerung für den Schrank kam mir schon vor einigen Monaten, und es ging auch wirklich ganz schnell, man darf sich also fragen, warum es so lange gedauert hat, bis ich an die „Arbeit“ ging.

Die benötigten Materialien sind:
– ein Schrank
– etwas Farbe nach Wahl, am besten natürlich Chalk Paint™
– eine hübsche Schablone nach Wahl
– Frog Tape oder Isolierband
– ein kleiner Farbroller
– ein Restenbrettli, ein stabiler Karton oder ein dickes Papier

MaterialienSeht ihr, wie geschunden und vernarbt unser Parkettboden ist? Die ersten Schrammen haben uns vor 20 Jahren noch fast körperlich weh getan. Heute finde ich gerade diese Lebensspuren interessant und möchte den Boden tatsächlich nicht abschleifen, vielleicht einfach irgendwann einmal weiss lasieren, sodass die Spuren sichtbar bleiben.

Ich hatte überlegt, ob ich weiss oder grün nehmen sollte. Die Entscheidung fiel zugunsten von weiss aus, weil es halt doch flexibler ist, wenn es ums Dekorieren und Ergänzen mit anderen Farben geht. Aber wie ihr auf dem Foto oben unschwer erkennen könnt, ist grün meine Lieblingsfarbe.

Die Schablone habe ich auf der ersten Türeinlage einfach nach Augenmass befestigt, mit der Handbreite und den Fingern abgemessen, ob sie etwa in der Mitte und gerade hängt. Bei den anderen Türen-Rechtecken habe ich dann nachgemessen und die Wasserwaage eingesetzt.

Farbrolle

Schablone nah

Mit Schablonen und Farbroller arbeite ich gerne, weil es schnell geht. Den Roller tauche ich nur wenig in die Farbe ein, rolle dann auf dem Brett die (überschüssige) Farbe ab und verteile sie so gleichmässig auf die ganze Rolle. Wichtig ist beim Schablonieren, wie gesagt, dass man die Farbe nur sparsam aufträgt, damit sie nicht unter die Schablone läuft.

Und dann, schnelle 40 Minuten später:

Schrank nachher
Herr indiid war tatsächlich erleichtert, dass ich das gute Stück nicht gestrichen habe! Begeistert ist er von der „Verschönerung“ allerdings nicht: es erinnert ihn an Bauernmalerei, wie sie vor 30, 40 Jahren so populär war. Ich hingegen mag den etwas „folkigen“ Look. Gleichzeitig aber gefällt mir die Leichtigkeit und das Grazile des gewählten Motivs.

Herzlich Heidigrues – und es guets und bunts 2016!

Schablonenbäume

Wenn’s ums Einstimmen und Bereitwerden für Weihnachten geht, bin ich eher langsam. Dieses Jahr mochte ich im November bei herrlichstem Sonnenschein und milden Temperaturen wirklich nicht an Weihnachten, Tannengrün, Silbersterne oder Glittergold denken!

Doch dann, von einem Tag auf den anderen, ist’s Dezember, der erste Schnee des Winters war gefallen und auch wieder geschmolzen, der Adventskalender tatsächlich termingerecht aufgestellt und ich merkte – ja, wie jedes Jahr – ich bin spät dran! Erst mal tief durchatmen „eins, zwei…“, ein Teelein zur Beruhigung der Advents-Flatter-Nerven aufsetzen und die Dekokiste unter der Treppe hervorholen. Bestimmt hat’s dort was vom vorigen und vor-vorigen Jahr, das man nochmal einsetzten könnte – gegen den selbstgemachten Weihnachtsstress. Und war da nicht auch ein Foto vom schönsten Adventskranz überhaupt auf FB, wer hatte das nochmal gepostet? Ja, genau: Atelier Horvath! Und tatsächlich, Miri steckt mir den schönsten Adventskranz überhaupt, verpackt ihn sicher und auch nach dem 1. Adventssonntag ist er bei mir herzlich willkommen!

Jetzt hat mich das Virus im Griff: dekorieren und bäschtelen, Kerzen anzünden und Mandarinli schälen: in der Werkstatt entstehen Adventsbrettli für Kerzen oder einfach so zum Aufstellen,

Adventsbrettli
Gläser und Kerzenständer werden mit Blattmetall veredelt

Goldgläser Kopie
und die Selbermachen-Girlande von East of India, hier gesehen, gekauft und eingepackt (der Selbermacher-Teil) wird ausgeschnitten, aufgezogen und aufgehängt.

Aus den Farbmustern für die neu zu gestaltende Wohnzimmerwand (ein Ich-möchte-gerne-Projekt,  kein Es-muss-sein-Projekt), entstehen Weihnachtsbäume mal anders:

Man nehme Sperrholz in der gewünschten Grösse und streiche es in der Farbe seiner Wahl

Schablonenbaum Brett
Ich mag die klassischen Weihnachtsfarben grün, rot und weiss und die Farbmuster waren eh grad (überwiegend) grün.

Schablonenbaum geklebt 1

Schablonenbaum abgeklebt

Mit Streifen von Frog Tape (in der Schweiz z.B. hier erhältlich) habe ich den Bereich für den stilisierten Tannenbaum abgeklebt.

Für das Nadelwerk des Baumes habe ich eine Schablone mit „dichtem“ Motiv gewählt. Es muss aber kein Weihnachts- oder Wintermotiv sein, finde ich.

Schablonenbaum aufgelegt

Bis zu drei-, vier Mal habe ich die Schablone aufgelegt und so das Tannendreieck deckend schabloniert. Das kann man mit einem Schablonierpinsel, einem Schwamm oder am besten mit einem kleinen Farbroller machen. Wichtig ist, dass die Schablone fest gehalten oder geklebt wird. Wenn man mit dem Pinsel oder dem Schwamm arbeitet, geht es am besten, wenn die Farbe mit kreisenden Bewegungen aufgetragen wird. Fürs Arbeiten mit Pinsel, Schwamm oder Farbroller gilt: nicht zu viel und nicht zu nasse Farbe auftragen, da sie sonst unter die Schablone läuft und verschmiert.

Schablonenbaum fast fertig

Für den Stamm habe ich unterhalb des Dreiecks in der Mitte in passender Grösse ein Schablonenmotiv mit Musiknoten aufgetragen, als Baumspitze und -schmuck mithilfe von Schablonen Gold Size (klebender Untergrund für Blattmetall) aufgetragen, trocknen lassen und Metallfolie (Blattmetall geht natürlich auch) aufgelegt:

Schablonenbaum fertig
Für die Wand im Wohnzimmer standen drei verschiedene Farbtöne zur Wahl und so sind denn auch drei Weihnachtsbäume entstanden.

Schablonenbaum 3er
Die Farbmuster hatte ich vor der Umgestaltung einfach auf die Rückenlehne des Sofas gestellt und einige Zeit auf mich wirken lassen. Entscheiden konnte ich mich für keine der drei Farben. In der Zwischenzeit habe ich den Sofabezug gewechselt und so passen nun weder die aktuelle Wandfarbe noch die Farbmuster so richtig. Freude habe ich dennoch an den drei schnellen Weihnachtsbäumen:

Schablonenbaum Sofa
Wenn ich die Eine oder Andere von euch inspirieren und motivieren kann für die schnellen Weihnachtsbäume – das geht nämlich wirklich recht fix, das Ganze, freue ich mich über ein Feedback oder gar ein Foto! Das dürft ihr mir gerne mailen oder auf FB posten, danke!

Herzlich Heidigruess

 

Winterschlaf

Nun, natürlich halte ich keinen Winterschlaf. Aber es wäre eine passende Entschuldigung für die lange Blogpause.

IMG_4307In Wirklchkeit war ich aber einfach unglaublich beschäftigt ratlos, was ich euch hier berichten sollte. Nun ist es nicht so, dass nichts los war, das ich hätte mitteilen können. Da war der Advents-Charme im indiid, mit Afternoon Tea in der guten Stube:

IMG_4002Ich habe Möbel gestrichen, aus Freude und um Kundenaufträge zu erfüllen:

IMG_3916 IMG_3942 IMG_4230 IMG_4231Weihnachten kam (im Kreise der Familie) und eine Woche später bin ich mit meiner BF lachend ins neue Jahr gerutscht.

IMG_4133IMG_4198 IMG_4193 IMG_4195 Während der letzten drei Monate habe ich 13 Wochenlektionen unterrichtet, Deutsch als Zweitsprache in der Erwachsenenbildung.

IMG_3996Ich habe ein Buch gelesen: „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Rachel Joyce – absolut empfehlenswert; mehrere Bücher angeschaut und ein paar angeschaut und reingelesen, darunter Annie Sloan’s Neuestes: „Room Recipes for Style and Color“, das erst in Englisch und in gebundener Ausgabe vorliegt.

IMG_4241Am Kiosk habe ich ein tolles Magazin „gefunden“ (buchstäblich) und bin so begeistert davon, dass ich es nicht nur kaufe und angucke, sondern auch lese!

IMG_4293Dazwischen habe ich regelmässig meinen Schreibtisch aufgeräumt, weil er genauso regelmässig immer wieder etwa so ausgesehen hat (Stand 27. Januar 2015):

FullSizeRender-1Und ich habe mir Gedanken gemacht. Viele Gedanken. Zu viele Gedanken. Und habe dennoch keine Neujahrsvorsätze gefasst (sonst hätte ich schon viel früher etwas zum Schreiben für das Blog gehabt – um die Jahreswende wimmelt’s in der virtuellen Welt ja nur so von Artikeln zu Vorsätzen und dem Trend-Vorsatz 2015: keine Vorsätze fassen).

tumblr_mnx3gvmy6R1s24yhto1_r2_500gefunden auf: tumblr_mnx3gvmy6R1s24yhto1_r2_500

So viele Gedanken habe ich mir gemacht, dass ich darüber in eine Art mentalen Winterschlaf gefallen bin und vergessen habe, weshalb ich meinem Kleinunternehmen, meinem Laden und diesem Blog den Namen indiid verpasst habe: „in der Tat“! Ob ich mir fürs 2015 wohl doch was vorgenommen habe?

Wie habt ihr die vergangenen 58 Tage (plus/minus) verbracht? Habt ihr was interessantes oder unterhaltendes gelesen? Was schönes (zum ersten Mal) selber gemacht? Welche Vorsätze fürs 2015 habt ihr euch genommen – oder eben gerade nicht?! Welchen Film sollte man unbedingt gesehen haben? Ich freue mich auf eure Nachrichten, Tipps und Kommentare! Wirklich. Sehr.

Heidigruess

 

Sommer!

Schreibstau.

Deshalb eine Art Bildertagebuch, was ich diesen Sommer gemacht habe, was mir gefallen oder gutgetan hat.

IMG_3541IMG_3587die Männer in meinem Leben

IMG_3543 IMG_3546eine Wochenendfahrt nach München an einen Workshop und an Flohmärkte, mit meiner BF Lady Rose Garden – Abendessen im Hotelbett

IMG_3558einige der Flohmarktschätze zum Gluschtigmachen im Bienehüsli – Kreativtag auf dem Lande

IMG_3626„Rest and be thankful“

IMG_3578eine Kreidefarbe ausprobiert… Chalk Paint von Annie Sloan forever!

IMG_3528well, I wasn’t, not this year anyway

IMG_3624 IMG_3642 den Küchentisch frisch gestrichen, die Tischplatte lackiert, die Beine gewachst – muss wegen der starken Beanspruchung sein, aber gewachste Oberflächen gefallen mir eindeutig besser

IMG_3766die Küchenbank ebenfalls frisch gestrichen und Kissenbezüge genäht – aus grobem Leinen vom Münchner Flohmarkt

IMG_3551mehr wagen und mehr fliegen wollen – noch ist die Angst zu fallen grösser

IMG_3612 IMG_3613 IMG_3634 IMG_3649 IMG_3643 IMG_3669 IMG_3667 IMG_3687 IMG_3674IMG_3651zwei neue alte Tische fürs Büro gestrichen und so das Heimbüro komplett neu gestaltet. Herr indiid hat auch die eine lila Wand wieder weiss gestrichen!

IMG_3735 IMG_3755fürs besagte Heimbüro einen „Kronleuchter“ gebastelt – neue Vorhänge sollen auch noch werden

IMG_3685Herr indiid hat sich ein neues Nachttischchen gewünscht – Wunsch erfüllt

IMG_3590diese Hübsche stand den ganzen Sommer in der Garage (in verschiedenen Arbeitsstadien) und hat nun endlich neue Scheiben erhalten – die Schubladen sind mit Geschenkpapier ausgelegt

IMG_3688in der momentanen Lieblingsbrocki habe ich zwei gleiche Stühle für unser Wohnzimmer gefunden, sie werden weiss

IMG_3715 IMG_3740 IMG_3756ein paar Auftragsarbeiten gestaltet

IMG_3762wir nähern uns der Lieblingsjahreszeit

Sommersonnige Heidigrüess

Wenn ich könnte, wie ich wollte!

Dann würde ich auf Etsy jede Menge französischer Café au lait bols bestellen! Wenn ich denn könnte, wie ich wollte, wären diese nämlich meine (un)heimliche Sammelleidenschaft.

DSC_0021Zwei dieser „Milchkafi-Chacheli“ habe ich schon! Das im oberen Foto mit dem gelben Rand. (Die anderen beiden sind auch hübsch, von Krasilnikoff und ein paar hat’s noch im Laden.) Und dann noch eines mit roten Punkten und einem grünen Rand. Beide habe ich in Brockenhäusern in der Ostschweiz gefunden.

Mein Vater trank jeweils seinen Frühstücks-Michkaffee-mit-Dawamalt aus einem „Beckeli“; er hatte ein grünes und ein weisses mit Kornblumen. Das Kornblumengeschirr war das Alltagsgeschirr meiner Eltern.

Gestern abend habe ich ein bizzeli Window Shopping auf Etsy betrieben, habe ein paar der Café au Lait bols in den Warenkorb verschoben, geschaut wie teuer das Porto zu stehen käme und dann den Warenkorb wieder geleert. Die Preise für die Michkaffe-Schalen variieren stark, die günstigsten gibt’s für knapp unter zwanzig Franken (ohne Porto). Die teureren für um die 50 Franken. Einige verkaufen im Set, andere einzeln. Ich bin ein Fan von Mix & Match, ich mag es, wenn ich nicht fünf mal das gleiche Kacheli kaufen muss, sondern zum etwa gleichen Preis fünf verschiedene erstehen kann – könnte. Dann würden schon bald diese Schönheiten bei mir im Schrank, auf der Kommode, dem Regal, dem Tischchen und allenfalls sogar im Badezimmer (gefüllt mit Wattebäuschen) stehen:

Am besten gefallen mir die mit Punkten, Streifen oder geometrischen Mustern und die einfachen, die aussehen wie mit einer Schablone aufgetragen. Und im Moment sprechen mich die gelb gemusterten am meisten an. Vielleicht weil ich langsam genug vom Regen habe und die sonnige Seite des Monats Mai geniessen möchte? Mit einem leckeren Milchkaffee mit ganz viel Schaum, im bequemen Korbstuhl im Schatten neben dem Kirschbaum.

(Die Fotos in der Galerie sind alle von verschiedenen Anbietern auf Etsy.com)