Darf man auch mal stänkern?

Shabby Chic ist ja sowas von im Trend! In jedem Einrichtungshaus – und damit meine ich die richtig grossen wie (in der Schweiz) Möbel Pfister, Hubacher, Märki und wie sie alle heissen – preisen sie fabrikgefertigte weisse MDF-Möbel an und Deko-Schnick-Schnack in weiss, grau und neutralen Farben. Zerknitterte Kissenhüllen mit einem Aufdruck im Stil von „Les Savons de Plumifeux“ und Laternen in allen Grössen, von denen die Farbe abblättert. Streng karierte Küchentüechli und Servietten mit Röseli und Spitzen. Fabrikneu und massenproduziert.

Kommode Nelson PfisterNachtkästchen indiidIst das wirklich Shabby Chic? Ich kann es nicht mehr hören, dieses Wort, diesen Begriff! Rachel Ashwell, die Queen des Shabby Chic hat genau diesen Begriff als Markenzeichen eintragen lassen – und hat damit, streng genommen, ihr eigenes Konzept verraten (und das nicht im Sinne von ‚offenbaren‘ sondern von ‚abtrünnig werden‘).

by vintageprettypearl_blogspot_chShabby Chic (wörtlich: schäbiger Schick) ist ein Einrichtungsstil mit einer eklektizistischen Mischung aus Erbstücken, Flohmarkt-Schnäppchen und Selbstgemachtem, der Farben im Bereich von Pastell- und hellen Naturtönen sowie Gebrauchsspuren als Teil des ästhetischen Konzepts begreift. Einrichtungsgegenstände in diesem nostalgischen Stil werden neuerdings auch von spezialisierten Gewerbebetrieben gefertigt und in Einrichtungsmagazinen beworben.

Der Stil entstand in den 1980er Jahren in Großbritannien in Anlehnung an die Einrichtung großer, alter Landsitze der Gentry und war ursprünglich eine nichtkommerzielle Gegenbewegung zu der Neigung der oberen Mittelklasse, sich kostspielige Innenaustattungen im viktorianischen Stil anzuschaffen.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Shabby_Chic)

by countrystylechic_blogspot_chWas ist aus der ‚ursprünglich nicht kommerziellen Gegenbewegung‘ geworden? Und bin ich schon Teil dieser abtrünnigen, kommerziellen Produzenten (spezialisierte Gewerbebetriebe klingt ja noch sehr nett)? Wo ist das eklektizistische aus der Mischung hin? Und wo das Selbstgemachte?

Mir gefällt der klassische Shabby Chic, auch wenn ich persönlich nicht in weiss, pastell und neutralen Farben einrichte. Ich bewundere jede, die das Konzept durchzieht und als Accessoires vor allem Flohmarkt- und Brocante-Funde einsetzt. Natürlich darf es auch mal das eine oder andere „neue“ Stück dabei haben, z.B. hübsche Glaswindlichter oder gut verschliessbare Vorratsdosen. Aber wenn Shabby Chic dazu verkommt, dass die Einrichtung aus weissen Möbeln, vorwiegend aus dem Möbelhaus, besteht und aus Deko und Accessoires im Shabby-Stil „made in India, China, irgendwo“, dann ärgert mich das. Und es ärgert mich, dass Möbelhausketten oder auch andere internationale Grossunternehmen den kleinen, regionalen, kreativen Kleinstunternehmen, die sich mit viel Engagement und Herzblut dem Selbstgemachten im Shabby Chic widmen, mit ihren billigen, massenproduzierten Pseudo-Vintage-Produkten die Kunden abspenstig machen. Ich kann nicht verstehen, warum sich bekennende Shabby Chic-Liebhaberinnen im Möbelhaus ein klinisch weisses, leichtgebautes Schminktischchen kaufen, wenn es im Brocki ein stabil gebautes, sogar massivholziges zum Selber-Anstreichen zu erstöbern gibt.

princessgreeneye.blogspot.chDenn darin steckt doch der Spass: im Stöbern, Suchen, Finden; im Glücklich-nach-Hause-Tragen und mit Begeisterung und Elan anstreichen. Wenn es denn sein muss in Old White oder Paris Grey. Oder warum nicht mal in Duck Egg Blue oder ganz gewagt in Barcelona Orange?

turnstyle vogueFotoquellen von oben nach unten:
– Online-Möbelkatalog von Möbel Pfister
– eigenes Foto, indiid
– Buchcover gefunden bei vintageprettypearl.blogspot.ch
– eklektizistischer Mix gefunden bei countrystylechic.blogspot.ch
– princessegreeneye.blogspot.ch
– turnstylevogue.com

 

 

Liebe Nora

Ich danke dir ganz herzlich für die Nominierung zum Liebster Award. Aber ich merke, ich bin ein bizzeli überfordert. Die Spielregeln stellen mich vor ein fast unüberwindbares Hindernis. (Gut, das ist ein bisschen übertrieben.)liebster-blog-award-2-post1Die Spielregeln sind folgende: hinterlasse dem der dich nominiert hat eine positive Rückmeldung, (check) beantworte die 11 dir gestellten Fragen (Nachtrag: check), nominiere 11 Blogger, die unter 200 Follower haben, denk dir 11 neue Fragen aus, die die Blogger beantworten sollen!

Liebe Nora, ich bin ein Mainstream-Blog-Leser. Ich kenne (fast) keine Blogs, die weniger als 200 Follower haben! Ich lese einige Blogs – gut, ich folge einigen Blogs (denn ab und zu schaue ich auch nur die Bildli an) – wie Miss Mustard Seed oder Kate Davies Design oder Dancing Beastie, aber die sind alle recht erfolgreich. Sehr gerne würde ich Jung-Blogger promoten, aber dafür kenne ich leider einfach zu wenige. Und es dünkt mich nicht ehrlich, wenn ich mich einfach verzweifelt auf die Suche nach „Unter-200-Followern“ mache und diese dann in die Liste der Elf aufnehme, ohne dass ich sie wirklich kenne oder ihnen folge. Dank deiner Nomination und den Nennungen in deinem Blog habe ich ein paar neue Blogs kennen gelernt und auch abonniert. Und für diesen Input, diesen frischen Wind danke ich dir.

Deine elf Fragen habe ich schon vor über einer Woche beantwortet (unveröffentlicht) – es hat Spass gemacht!

Wie bist du auf den Namen deines Blogs gekommen?
Ich bin ein bizzeli ein Sprach-, ein Wörter-Nerd. Indiid ist eine verschweizerdeutschte Version des englischen indeed, in der Tat oder auch Na sowas! Gewählt habe ich ihn, weil ich mir mit indiid, dem Laden und allem, was dazu gehört: dem Blog, der Webseite, dem Möbel-Auffrischen einen Traum erfüllt habe. Am Erfüllen bin. So quasi nach dem Motto: Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum! Und dann gefällt mir natürlich auch der Ausdruck der Überraschung, der in indeed, na sowas! steckt.

Woher bekommst du deine Ideen?
Aus Träumen! Nein, natürlich nicht. Mehrheitlich aus dem WWW, aus Wohnzeitschriften und -büchern. Aus Bildern im Kopf. Aus Gesprächen mit meiner Freundin, Lady Rosegarden.

Wer ist dein größter Fan?
Unser 7-jährige Mini Australian Shepherd Finn. Bedingungslose Zuneigung.
DSC_0046Was hast du vom Leben gelernt?
Dass es immer wieder einfach „nur“ schön ist! Dass es sich lohnt zu hoffen!

Welchen Urlaubsort würdest du  gerne zu deiner zweiten Heimat machen?
Edinburgh! Ohne lange zu überlegen, aber mit dem nötigen Kleingeld für eine
Wohnung in der New Town.

New Town EGNew Town EHDeine größte Versuchung ist …?
… meinen Stimmungen und Launen unüberlegt zu folgen.

Was treibt dich in den Wahnsinn?
Der ganz alltägliche Alltag, manchmal und immer wieder.

In welches Fettnäpfchen bist du zuletzt getreten?
Ich versende (mittlerweile schon fast regelmässig) private sms an falsche Kontakte, auch an geschäftliche. Autsch!

Was kannst du nicht mehr erwarten?
Darauf, dass mir auf diese Frage eine Antwort einfällt. Ich überlege und überlege, aber mir fällt nichts ein. Kann es sein, dass ich geduldiger bin, als ich mir selber zutraue? Oder gibt es nichts mehr, was ich mir erhoffe, träume, wünsche? Gedankenfutter.

Der beste Song überhaupt ist …?
If you don’t know me by now in einer frühen Version von Harold Melvin & The Blue Notes

Wenn du etwas in deinem Leben oder an dir ändern könntest, was wäre das?
Ich wäre gerne ausgeglichener und weniger impulsiv – vor allem in potenziellen Fettnäpfchen-Situationen.

Dieser erste Teil war herausfordernd, aber auch spannend – wenigstens für mich. Und ich werde mir wirklich noch ein paar Gedanken darüber machen, was ich nicht mehr erwarten kann oder noch wünsche, hoffe, träume!

Meine elf Fragen stelle ich den Autorinnen und Autoren der folgenden Blogs – und entschuldige mich gleich, dass ich die 11/200-Regel nicht einhalten kann:
Blanca von KleineKleinigkeiten hat mehr als 200 Follower. Aber ich bin immer wieder überrascht und begeistert, wie kreativ und einfallsreich sie ist und wie anschaulich und kurz sie diese Ideen mit der Blogger-Welt teilt. In der Kürze liegt die Würze!
Annabelle, die Kreative vom Ateliergarten, die ich auch schon persönlich kennengelernt habe und in deren wunderschöner Wohnküche man die allerbesten Brunches mit lieben Freunden geniessen kann.
Gaby, Lady Rosegarden, die absolute Jungbloggerin ist und die Bedingungen betreffend Follower mit Sicherheit (noch) erfüllt. Aber ich traue ihr zu, dass das nicht mehr lange so sein wird.

Welche anderen Blogs ich lese, anschaue oder bei denen ich mich ab und zu einklinke, ist links in der Seitenleiste ersichtlich. Vielleicht möchte die eine oder andere geneigte Leserin ihre Nase auch mal da reinstecken (nicht bös gemeint, gell).

Meine Fragen sind folgende:

– Wie startest du in deinen Tag?
– Was ist dein liebstes Ding?
– Welches Buch hättest du gerne persönlich von der Autorin, dem Autoren signiert?
– Worauf willst du nicht mehr verzichten?
– Mit welcher Farbe würdest du dich vergleichen? Weshalb?
– Wenn du die Möglichkeit hättest mit der Zeitmaschine in eine andere Zeit zu reisen, in welches Jahrhundert, Jahrzent oder gar Jahr liessest du dich versetzen?
– … in welches Land?
noch vier…
– Tee oder Kaffee?
– Cocktail-Kleid oder Wohlfühl-Onesie?
– einsame Insel oder City-Trip?
– süss oder pikant?

Liebe Blanca, Annabelle und Gaby, ich freue mich, wenn ihr euch die Zeit für die Beantwortung dieser Fragen nehmt und im besten Falle elf Fragen an elf Blogs mit weniger als 200 Followern stellt.