Das Jahr, das kommen wird

von Lucio Dalla, deutscher Text von Georg Danzer

Lieber Freund, ich schreib dir
nur, um mich zu zerstreun
nun bist du schon so lange fort
und die Nachricht wird dich freun
denn es geht mir zu lange
die grosse Neuigkeit:
das alte Jahr ist nun vorbei
und das neue lässt sich trotzdem Zeit

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Das neue Jahr wird kommen
und eine neue Zeit
und ich bereite mich drauf vor
und das ist meine Neuigkeit

Den ganzen Text dieses Liedes habe ich zur Silvesterzeit meines 16. Lebensjahres ins Tagebuch geschrieben. Es ist ein pessimistischer Text. Ich hatte ihn nicht so bedrückend in Erinnerung und wollte eigentlich den ganzen Text hier abbilden. Aber das entspricht – Gottseidank – nicht mehr meiner Grundstimmung.

Was mir aber über all die Jahre geblieben ist, ist meine „Liebe“ für die Tage zwischen den Jahren. Wenn Weihnachten vorbei und Silvester noch nicht da ist. Ich geniesse das Vakuum dieser Tage. Wenigstens ist es bei mir, bei uns so. Nichts, das wir müssen; nichts, das drängt, einfach nur Zeit. Zeit, um zurückzublicken und vorauszuschauen. Oder einfach gar nichts zu tun. Oder nur das, was man möchte. Wozu man das ganze Jahr vielleicht keine Zeit hatte, oder sie sich nicht nehmen wollte.

Es ist untypisch für mich, dass ich in diesen Tagen zwischen den Jahren aktiv, geschweige denn sehr produktiv bin. Dieses Jahr ist es anders. Die vergangenen Tage habe ich endlich wieder einmal den Pinsel in Händen gehabt, keine Auftragsarbeit, nichts für den Laden, einfach nur für mich. Eine schon lange abgelaugte Kommode, die weiss wird; ein alter Bürostuh, ebenfalls weiss, der in mein Arbeitszimmer kommt. Der nicht so alte Ikea-Drehstuhl hat sich geweigert, mich weiterhin zu ertragen.

Fotos habe ich – noch – keine gemacht. Wie meistens bin ich so chribbelig, endlich anzufangen, dass ich die Geduld für Vorher-Fotos nicht hatte. Aber Nachher-Fotos werde ich hier einstellen, bestimmt.

Was mich zu zwei Vorsätzen fürs 2014 bringt:
– wieder öfters Möbel streichen
– Vorher-Fotos machen

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch in Gesellschaft lieber Menschen und ein gesundes und glückliches 2014!

Weihnachtsmorgen

Etwa so verschlafen und unscharf wie die Fotos sind (und wahrscheinlich auch – zumindest die Fotos – falsch belichtet), war ich wohl gestern Morgen noch, als ich in der Stube alleine den Weihnachtsmorgen genossen habe.

DSC_0009Früher waren es die Kinder, die am 25. Dezember früh aufgestanden sind, so früh, dass wir uns im Bett noch einmal umgedreht haben und nach einem Seufzer wieder eingeschlafen sind. Nun sind die Kinder gross (1,93 m der Grösste) und ich bin diejenige, die früh aufsteht und die die Stille des Weihnachtsmorgens bei einer Tasse Tee geniesst.

DSC_0007Zu meinem Genuss gehört dabei nicht, dass ich die Geschenke von Gotte und Götti ausprobiere, mit meinen Geschwistern Rummy oder Monopoly spiele oder heimlich schon Schokolade esse.

Mein Genuss ist es, vom Sofa aus in die noch nicht tiptop sauber aufgeräumte Stube zu schauen und durch die Fenster zu sehen, wie der Morgen immer heller wird. Ich kann meinen Gedanken nachhängen, mich noch einmal an die Freude des Gebens und Nehmens erinnern, die Grosszügigkeit der geschwisterlichen Geschenke und die Gespräche mit den Schwiegereltern, die Heilig Abend jeweils mit uns verbringen. Und ich merke, wie reich beschenkt ich bin, materiell: ein 24-Pack Vanilla Coke, ein Gutschein für meinen Lieblings-Tee-Laden oder ein Buch von Amy Butler mit Schablonen drin zum Kreativsein; und immateriell: ein Gutschein für gemeinsame Zeit mit meiner 18-jährigen Tochter, Zeit auf dem Sofa alleine, Gedanken und Ideen, den erwachenden Tag beobachten und nichts tun müssen.

DSC_0008 DSC_0014 DSC_0011Ich wünsche euch allen, dass ihr die Tage zwischen den Jahren so erleben und geniessen könnt, wie es euch gefällt und wie es euch gut tut. Sei das mit Rummel und Aufregung oder mit Stille und Langsamkeit.

Workshopdaten, eine Preiserhöhung und ein Sammelsurium

Die Daten für die Kreativtage für die Monate April bis Juli sind publiziert. Auf der Webseite von indiid kannst du alles über die Workshops nachlesen, dort findest du auch die Daten und kannst dich gleich anmelden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAChalk Paint™ Dekorative Farbe von Annie Sloan wird per 1. Januar 2014 leider teurer, weil die Inhaltsstoffe eine Preiserhöhung erfahren haben. Da die Farben aus England über die EU in die Schweiz importiert werden, müssen wir auch zwei Währungsumrechnungen in Kauf nehmen. Der Preis für den Liter Chalk Paint™ erhöht sich auf Fr. 49.–, bisher konnte ich ihn für Fr. 45.– anbieten. Wenn du noch zum Preis von 2013 bestellen möchtest, ist das über den Shop möglich, oder du kommst im Laden vorbei und holst ab, was du brauchst. Im Moment sind alle Farben vorrätig.

AnnieSloan - New colours 21,05 - SB_0101Im Januar sollten dann auch die neuen Produkte aus der Linie von Annie Sloan im Laden und online sein: neue Wachspinsel und neue Flachpinsel. Die Wachspinsel haben einen ergonomischen Griff und sind abgerundet, damit man auch die kleisten Ecken und Verzierungen in den Möbeln gut erreicht und wachsen kann. Die Flachpinsel haben synthetische Borsten und eignen sich besonders gut für einen Anstrich, der wenig bis keine Struktur haben soll, passend für den modernen Look.

Brush_Collection

Dann gibt es ein paar Dinge, die ich euch gerne zeigen möchte. Weil es Advent ist, habe ich probiert das ganze in einen verspäteten Adventskalender-Beitrag zu verpacken… Es ist mir nicht gelungen. Deshalb hier ein Sammelsurium aus dem Hause indiid.

Am 5. Dezember war ich mit M im Raum Schaffhausen unterwegs. Wir waren in zwei Brockis und haben ein paar Schätze zusammen- und nach Hause getragen: alte Besteckfächer, eine Siebkiste, eine Rimuss-Holzharasse, Geschirr und drei antike Mehlsäcke aus dem Kanton Schaffhausen. Ich entschuldige mich für die unscharfen Handyfotos. Ich hab mich so über diese Trouvaille gefreut, dass ich zu hibbelig war, um die „rechte“ Kamera zu holen – und ich wollte die Fotos per whatsapp verschicken.

IMG_2769 IMG_2774 IMG_2776Ein weiteres Highlight dieses Donnerstagnachmittags war der Besuch bei Stoffart, dem Himmel für Näherinnen, Bändeli-Liebhaberinnen, Wachstischtuch-zu-Handtaschen-Umfunktioniererinnen und einfach für alle Freundinnen des Schönen! Die Homepage wird der Atmosphäre, der einzigartigen Stoffauswahl und der Freundlichkeit und Kompetenz der Inhaberinnen nicht gerecht. Aber sie macht euch hoffentlich gluschtig auf einen Besuch in Feuerthalen. Dieses Modell hat M und mir besonders gut gefallen und so sind wir beide mit Stoffen und Zubehör aus dem Stoffart raus, um uns selber einen solchen Rock zu nähen! Währen M genau den Stoff des Modells gewählt hat, habe ich mich für die jeansblaue Version entschieden:

DSC_0017 DSC_0018Für kuschelige Abende auf dem Sofa habe ich einen Stoff und ein passendes Webband für eine Decke gekauft. Und auch schon verarbeitet. Zudem versöhnt mich diese Tartandecke ein bisschen mit dem schwarzen Ledersofa, das so gar nicht mehr ins Wohnzimmer zu passen scheint.

DSC_0003 DSC_0004Ganz besonders freue ich mich über das Milchkafi-Beckeli, das ich in den Tiefen der riesigen Geschirrgestelle in der Brocki beim Güterbahnhof Schaffhausen gefunden habe. Ich mag diese französischen Café-au-lait-Schüsselchen deshalb so gut, weil sie mich an meinen Vater erinnern, der jeden Morgen einen Milchkaffee mit Dawamalt aus eben einem solchen Beckeli getrunken hat. Dieses hier (das unterste im Stapel) passt ganz herrlich zu den Bowls, die ich im Laden habe:

DSC_0021 DSC_0022Hübsche Teetassen, Unterteller und Desserteller habe ich auch eingepackt; für gemütliche Afternoon Teas oder den Sonntagmorgen-Tee mit Herrn indiid und für die hier:

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indiids Kinder sind alle im Teenie-Alter, oder schon fast darüber hinaus. Der Samichlaus kommt nicht mehr vorbei. Anders bei Hollee und ihrer Familie. Ich habe sie gefragt, ob ich ihren Artikel hier verlinken kann. Ganz amüsant, wie eine Amerikanerin Adventstraditionen in der Schweiz beschreibt.

So ganz ohne Einstimmung auf die Weihnachtszeit geht es aber auch bei indiids nicht:

DSC_0012 DSC_0011 DSC_0013 DSC_0014Herr indiid hat diesen wunderbaren alten Schrank vor Jahren mühevoll abgelaugt und weigert sich standhaft, dass ich ihn nun wieder streiche. Dafür möchte er im Frühling dann sein erstes Möbelstück „schäbbischiggen“, wie er es frotzelnd nennt. Ich habe ihm dafür das hier ausgesucht (Originalfoto von ricardo.ch):

Foto von ricardo.ch

Mit dem Text eines meiner Lieblingsweihnachtslieder wünsche ich euch eine schöne Adventszeit und fröhliche Weihnachten:

S grööschte Gschänk
S grööschte Gschänk vo de Wienacht Liit nöd underem Chrischtbaum daa
Es isch nöd iipackt in Papier
Kei Bändel und keis Chärtli draa
Es häts niemert gchauft und niemert gmacht
S isch gliich s Grööscht vo de Wienacht
S isch gliich s Grööscht vo de Wienacht

S grööschte Gschänk vo de Wienacht
Ghöört nöd öpperem elei
Es isch au nöd nur a eim Ort
Es isch bi allne Lüt dihei

Ja, s grööschte Gschänk hät Gott ois gmacht
A der eerschte Wienacht
De Jesus hät er zu ois gla

Dass mir chönd Froid und Friede ha

von Andrew Bond

Dankbarkeit

DSC_0009Dankbarkeit ist ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird. Man kann dem Göttlichen, den Menschen, oder sogar dem Sein gegenüber dankbar sein, oder allen zugleich.[1] Geschichtlich gesehen, stand und steht die Erfahrung der Dankbarkeit im Blickpunkt einiger Weltreligionen[2], und sie wurde intensiv diskutiert von Moralphilosophen wie etwa Adam Smith in seiner Theorie der ethischen Gefühle (1759). Das systematische Studium der Dankbarkeit begann innerhalb der Psychologie erst um das Jahr 2000, vielleicht weil sich die Psychologie traditionell eher mit dem Verständnis negativer als mit dem positiver Emotionen befasst. Aber seit der Entstehung der positiven Psychologie[3] befindet sich Dankbarkeit im Mainstream psychologischer Forschung. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dankbarkeit)

Eine ziemlich trockene Formulierung, was?! Beim zweiten Mal Lesen ist mir aufgefallen, dass mir das positive Gefühl bedeutend leichter fällt, als die Haltung der Dankbarkeit. Es ist auch bedeutend einfacher für etwas dankbar zu sein, das ich erhalten habe, als für etwas, das ich – vielleicht – erhalten werde. Dann frage ich mich auch, ob „Danke sagen“ überhaupt gleichwertig ist mit der Dankbarkeit. Oder ob das weder Gefühl, noch Haltung, sondern nur Worte sind?

Was ich weiss: heute hat mich dieses Gefühl der Dankbarkeit begleitet. Ich sage Danke:
– allen, die vergangene Woche bei indiid reingeschaut, eingekauft, einen Tee getrunken und mich damit ermutigt haben
– für die gut 70 Franken, die so zusammen gekommen sind und auf die Philippinen weitergehen, um dort den Menschen nach dem Hurrikan zu helfen und Mut zu machen
– der jungen Frau, die mir gestern nach dem Gottesdienst, einfach so!, ein Joyce Special zum Thema „Dankeschön!“ geschenkt und mir eine Widmung reingeschrieben hat; Regula, es hat mich inspiriert!
– dem Herrn indiid, der mich nach besten Kräften unterstützt; hat er doch am Samstag ein grosses, schweres Buffet, das ich ersteigert habe, abgeholt (es liesse sich hier eine ganze Liste weiterer praktischer Hilfestellungen anhängen)
– Chrige und Debora, meinen beiden Wegbegleiterinnen und Wegbereiterinnen, die sich selber wahrscheinlich gar nicht als Letzteres sehen
– Gaby, Lady 26 Rose Garden, die eine Inspiration und ein Geschenk ist

DSC_0021Danke!