Ablenkung – oder es schüttet wie aus Kübeln

Der Mai verabschiedet sich tränenreich. Und laut Vorhersagen stimmt der Juni gleich mit ein und lässt zwei Tage einfach nur Nass vom Himmel. Eigentlich habe ich es satt. Das Wetter und auch das ständige Wettern darüber. Aber davon los komme ich nicht.

Also versuche ich es mit Ablenkung: putzen, E-Mails beantworten, schlafen, Tee trinken und Guetzli essen, Erinnerungen. An schöneres Wetter, an ebenfalls nicht-schönes Wetter an schöneren Orten:

Foto courtesy M.

Foto oben von M.

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Und natürlich schöne Orte bei schönem Wetter. Oder Lieblingsorte, an denen das Wetter keine Rolle spielt.

Edinburgh Castle von Princes Street Garden

Edinburgh Castle von Holyrood Park

Wenn der Regentag weiter fortgeschritten ist, werde ich ihn mit einem „wee dram“ meinerseits begiessen, slàinte mhath

Pfingstrosen – oder das lange Warten

Zwei Tage schien jetzt die Sonne! Was haben wir lange darauf gewartet, intensiv genossen und vermissen sie schon wieder…

Bald blühen die Pfingstrosen in meinem Garten. Die weissen sind schon offen, die pinkfarbenen und die Dunkelrote sind wie jedes Jahr später dran. Obwohl, spät dran sind sie dieses Jahr alle.

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Die Fotos sind nicht von diesem Jahr – und auch nicht von meinem Garten, sondern von den Gärten der schönen Kartause Ittingen http://www.kartause.ch/de/home/gaerten/allgemein/?. Die Gärten der Kartause sind einer meiner Lieblingsplätze in der näheren Umgebung und jedes Jahr – immer wieder – ein Ausflug wert. Besonders natürlich in der Zeit, da die Pfingstrosen blühen! Die Wetteraussichten für die kommenden Tage sehen nass aus – und kalt. Aber vielleicht in der nächsten Woche, wenn meine Pfingstrosen hoffentlich blühen und die in der Kartause auch!

 

Samstage – oder wenn ausnahmsweise mal die Sonne scheint

Es gibt Samstage und Samstage. Die meisten Samstage sind für mich Arbeitstage. Ich unterrichte am Morgen und am Nachmittag werkle ich irgendetwas zu Hause, backe einen Zopf, falte die Wäsche oder gehe mit einem meiner Kinder einkaufen. Schuhe, Halbtax-Abos oder andere Notwendigkeiten.

Andere Samstage, wie der vor einer Woche, sind Ausnahmetage. Zum einen, weil ausnahmsweise die Sonne schien (ich habe echt die Nase voll vom novemberkalten Maiwetter) und weil ich morgens nicht unterrichten musste. Ich habe also praktisch den ganzen Tag im Freien verbracht und Möbel und andere Kleinigkeiten angemalt (ich habe immer noch Skrupel das professionelle Wort „restauriert“ zu verwenden)

Um die Mittagszeit sah es im „Atelier“ dann so aus:

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Und am frühen Abend so:

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Am Frisiertisch werde ich bei nächster Gelegenheit weiterarbeiten. In der Zwischenzeit habe ich die eine angefangene Arbeit fertig gemacht (Bilder werden folgen) und eine andere angefangen (auch darüber werde ich wahrscheinlich noch berichten).

bits and bobs – oder unnötiger aber schöner Krimskrams

Vor ein paar Tagen war ich in KN zum shoppen. Die Sonne schien und die Temperatur war angenehm warm. Ich war mit M unterwegs, während mein Jüngster N mit Freund M ein paar Schuhe kaufte. Zielgerichtet.

Wir hingegen hatten einfach Zeit und ich zeigte M einige meiner Lieblingslädchen: das Voglhaus (englischen Fudge gekauft), das dänische Einrichtungshaus (zwei kleine Beckeli mit polka dots), den Krimskrams-Laden, in dem man immer wieder verführt wird:

DSC_0488 DSC_0490Sind die nicht einfach… awww!

Ein paar Tage früher habe ich diese Hübschen gekauft habe. Sie werden in nächster Zeit das eine oder andere Möbel schmücken. D’s Tisch (sh. Shabby White) hat auch eins bekommen 😉

DSC_0498Dieser kleine Freund schmückt zur Zeit den grossen Schrank in der Stube

DSC_0510Heute morgen, als ich mit Hund F unterwegs war, habe ich auf dem Weg vor mir dieses zarte Gefilde gefunden

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Decoupage in Blau

Es gibt viele Möglichkeiten ein altes, oder auch weniger altes, Möbelstück aufzumöbeln. Man kann den alten Anstrich, den Lack oder auch die Lasur, entfernen und es so stehen lassen oder neu anstreichen. Was mir dabei besonders gefällt und was ich in der heutigen Zeit auch durchaus sinnvoll finde: alten Möbeln, die einem zwar noch lieb, aber verleidet sind, gibt man dadurch ein neues Leben.

Das Tolle an Annie Sloan Chalk Paint ist, dass mit dieser Farbe das zeit- und arbeitsaufwändige Ablaugen, das Entfernen eines alten Anstrichs oder eines Lacks entfällt. Die Farbe ist so aufgebaut, dass sie auf praktisch allen Oberflächen haftet und hält! Und dabei ist die Farbe wasserlöslich, also gut umweltverträglich. Sie ist praktisch geruchsneutral und kann deshalb auch in Innenräumen aufgetragen werden. Sie trocknet schnell und ist sehr ergiebig.

Diesen niederen, leicht gebauten Beistelltisch habe ich – im wahrsten Sinne der Worte – auf der Strasse aufgelesen.IMG_2243 IMG_2242

Nachdem ich ihn mit nach Hause genommen hatte, stand er ein paar Monate herum. Ich hatte andere Projekte… und noch nicht die zündende Idee, was aus ihm werden sollte.

Dann endlich hatte ich die passende Farbe in Händen ASCP Louis Blue und mir kam die Idee, der neuen Version des Tisches wieder eine Art Bordüre zu verpassen, wie sie das Original hatte. Ich entschied mich für eine Decoupage mit alten Notenblättern.

DSC_0493 DSC_0494 DSC_0496Eingangs habe ich erwähnt, dass es viele Möglichkeiten gibt, alte Möbel aufzumöbeln. Gründe gibt es auch sehr viele. Für mich der wichtigste:

Es macht unglaublich viel Spass!

Farbprofil von Louis Blue: http://www.anniesloan.com/acatalog/Louis_Blue.html

Shabby White – oder auf der Suche nach den rechten Worten

CSC_0495Vergangene Woche habe ich diese kleine Schönheit aufgetakelt. Ich war so begierig darauf, ihr etwas shabby Charmantes zu entlocken, dass ich kein Vorher-Foto gemacht habe. Dafür dann nach getaner, zufriedener Arbeit ein paar Nachhers:

DSC_0492 DSC_0491Anschliessend hat D. sie glücklich und zufrieden wieder mit nach Hause genommen.

Im Englischen gibt es einen hübschen Ausdruck dafür: preloved and reloved. Etwas holperig auf Deutsch übersetzt: vorgeliebt und wieder geliebt. In diesem Fall von Ds Schwiegereltern vorgeliebt, und nach einigen Jahren abgestellt – aber nicht vergessen – auf dem Dachboden, von D wieder geliebt, nachdem der Tisch nun schäbig weiss (shabby white) restauriert wurde.

D übrigens hat ein zauberhaftes Gespür für alte, verborgene Schönheiten und einen intuitiven Sinn für gemütlich leichte Einrichtung mit Landhaus Charme.

Alles, was mit Shabby Chic* zu tun hat, kommt ja aus dem englischsprachigen Raum zu uns. Und mir scheint es, dass wir es noch nicht geschafft haben, eigene, wohlklingende Wörter dafür zu finden. Das mag einige nicht stören – und mich normalerweise auch nicht, bin ich doch des Englischen durchaus mächtig – aber es macht es mir dennoch schwer, das was ich mache „auf gut Deutsch“ zu beschreiben, erklären und erzählen. Vor allem wohl auch, weil ich über Seiten, Personen und Firmen aus dem englischen und amerikanischen Raum zu diesem Hobby, dieser Leidenschaft, „Möbel anzumalen“ gekommen bin. Und mich auch nach wie vor dort inspirieren und instruieren lasse.

Da! Möbel anmalen, zum Beispiel. Painted furniture oder auch faux-painting klingt gut und macht auch Sinn. Aber Möbel anmalen klingt irgendwie laienhaft; Möbel malen klingt, als würde man Möbelbilder malen. Faux-painting wird etwa so beschrieben: Faux painting or faux finishing are terms used to describe a wide range of decorative painting techniques. Aber sprechen wir von „dekorativen Maltechniken“ für das Auffrischen (upcycling) – denn vor dem Wort „restaurieren“ habe ich dann doch Ehrfurcht – von Möbeln.

Denn im Grunde genommen ist das ja wirklich faux-painting: ich male alte (manchmal auch nicht ganz so alte) Möbel an, mit neuer Farbe, um diesen neuen Anstrich dann so zu behandeln (decoratively), als wäre der Anstrich genau so alt und gebraucht (preloved) wie das alte Möbel. Oder älter als das nicht ganz so alte Möbel!

Die neue Farbe übrigens, die ich hauptsächlich brauche, ist Annie Sloan Chalk Paint im Farbton Original (meiner Meinung nach wirklich „the best paint in the world“, aber darüber werde ich ein anderes Mal erzählen).

Farbprofil von Original: http://www.anniesloan.com/acatalog/Original_profile.html

* Die Königin des Shabby Chic: https://www.rachelashwellshabbychiccouture.com/#